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Christen sind zunehmend verzweifelt

Der neue Nahostkrieg setzt die religiöse Minderheit unter Druck. Viele erwägen sogar eine Auswanderung.
Orthodoxe Ordensfrau beim Gebet
Foto: Ismael Martinez Sanchez/Kirche in Not | Eine orthodoxe Ordensfrau beim Gebet in der Grabeskirche in Jerusalem. Der Krieg entzieht den Christen im Heiligen Land zunehmend die wirtschaftliche Grundlage.

Die christliche Minderheit im Heiligen Land leidet stark unter den Folgen des neuen Nahostkriegs und erwägt zunehmend auszuwandern. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung des Hilfswerks „Kirche in Not“ (ACN) hervor.

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Das Hilfswerk beruft sich auf den Leiter der Projektentwicklung des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, George Akroush. Dieser berichtet von einer drastischen Verschlechterung der Sicherheits- und Lebenslage. In Jerusalem und Umgebung besteht permanente Gefahr durch Raketen und Trümmer abgefangener Geschosse, die zuletzt sogar über der Altstadt niedergegangen sind. „So etwas haben wir noch nie erlebt“, erklärte er. Besonders betroffen sind auch christliche Einrichtungen sowie Familien in verschiedenen Landesteilen.

Massive wirtschaftliche Folgen

Der Krieg hat zugleich massive Folgen für die Wirtschaft. Viele Arbeitsplätze sind weggefallen, nachdem Israel die Kontrollpunkte zum Westjordanland erneut geschlossen hat. Seit den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 ist die Anzahl der Arbeitserlaubnisse stark gesunken. „Jetzt haben auch diese Menschen ihre Arbeit verloren“, sagte Akroush. Besonders hart trifft der Krieg Christen, deren Einkommen stark vom Pilgertourismus abhängt. Investitionen in Hotels und Gästehäuser geraten zunehmend in Gefahr, zahlreiche geplante Pilgerreisen stehen vor der Absage.

George Akroush
Foto: Kirche in Not | George Akroush ist Leiter der Projektentwicklung des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem.

Auch im Gazastreifen hat sich die Lage weiter verschärft. Seit dem 7. März ist keine humanitäre Hilfe mehr angekommen, berichtete Akroush. Medikamente und medizinisches Material fehlen vollständig. Dennoch unterstützt die Kirche weiterhin die Menschen vor Ort. Rund 200 Personen leben auf dem Gelände der katholischen Pfarrei, darunter zahlreiche Menschen mit Behinderung.

Kirche will helfen

Angesichts der anhaltenden Krise denken viele Christen über eine Ausreise nach, etwa über Jordanien in westliche Länder. Gleichzeitig betont die Kirche ihren Auftrag, vor Ort zu bleiben und zu helfen. Mit Unterstützung von ACN werden Nothilfeprogramme und Projekte zur Schaffung von Arbeitsplätzen umgesetzt.

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Akroush verwies auf Worte des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal  Pierbattista Pizzaballa: „Unsere Arbeit ist wie ein Presslufthammer, der langsam und beharrlich auf einen harten Felsen trifft.“ Jeder kleine Fortschritt sei ein Schritt gegen die Verzweiflung. DT/jna

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