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Heidi Reichinnek und der Affe Gottes

Wohlstand entsteht nicht durch Umverteilung. Der marxistische Wirtschaftshimmel hier auf Erden ist einer, in dem es allen gleich schlecht geht.
Heidi Reichinnek
Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur (www.imago-images.de) | Mit Wirtschaft haben sie's nicht so: Linken-Frontfrau Heidi Reichinnek im Bundestag

„Das Böse ist die Verdrehung des Guten“, so lehrt uns Augustinus und nennt den Teufel darum den „Affen Gottes“ – er bewirkt das Böse, indem er die guten Werke Gottes nachäfft; und dieser Grundsatz gilt auch auf wirtschaftlichem Gebiet. Nehmen wir den Marxismus als Beispiel: Strukturell äfft sein Narrativ die christliche Heilsgeschichte nach – nur eben als Parodie und Verdrehung.

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Der Christ erkennt an, dass er nach dem Sündenfall unvollkommen ist; für den Marxisten ist das kapitalistische System (also „die anderen“) unvollkommen. Der Christ wirkt dem Problem durch persönliche Umkehr und Buße entgegen; der Marxist durch (notfalls gewaltsame) Revolution und Umverteilung. Der Christ bereitet sich geduldig auf die verheißene Erlösung im Himmel vor; der Marxist verlangt das kommunistische Paradies schon in diesem Leben. Kurzum: Das eine Weltbild basiert auf Freiheit, das andere auf Zwang. Soziale Gerechtigkeit streben beide an, doch macht es eben einen Unterschied, ob man als Mittel zum Zweck die Reichen zur Nächstenliebe anspornt oder ob man den Armen ein Anrecht auf Barmherzigkeit verspricht und so den Neid zur Tugend erklärt. Es ist eben der Unterschied, ob der Mensch sich bessern will oder ob die Welt sich seiner Schlechtigkeit anpassen soll.

Erhöhung der Wegzugsbesteuerung

Besonders demaskierend trat diese Unterscheidung vor wenigen Tagen bei der Aufregung der Linken über die internen Kürzungsvorschläge der CDU zutage: Wovor hat „Die Linke“ Angst? Etwa vor dem Schrumpfen des jetzt schon zwanzig Milliarden Euro großen Lochs im Bundeshaushalt des nächsten Jahres? Uns wurde noch beigebracht, dass man kein Geld ausgeben soll, das man nicht hat – die SED-Erben wollen sogar Geld ausgeben, das nicht einmal andere haben. Das Problem: „Den anderen“ wird das irgendwann zu bunt, sodass man in den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht mehr investiert, sondern sein Vermögen lieber in Ländern erwirtschaftet, in denen der Staat bescheidener ist. Aber auch hierzu hat Heidi Reichinnek stolz eine Lösung vorgeschlagen: Erhöhung der Wegzugsbesteuerung! Ähnlich wie in der DDR will man dem Kapital der anderen einfach die Ausreise verbieten.

Dabei wird jedoch gekonnt ignoriert, dass das Geld der anderen noch nicht „die Wirtschaft“ ist: Die Wirtschaft ist das arbeitende Geld, die Investition. Natürlich kann man das Vermögen durch Zwang in Deutschland behalten, doch die Investitionen werden dann umso mehr ins Ausland gehen. Das Vermögen wird derweil stagnieren und – so der Affe Gottes will – der von den Linken geforderten Vermögenssteuer zum Opfer fallen. Doch Wohlstand entsteht durch Wirtschaft, nicht durch Umverteilung. Wer das verkennt, geht nicht auf einen „Wirtschaftshimmel“ zu, in dem es allen gleich gut geht, sondern auf dessen Nachäffung: das Arbeiter- und Bauernparadies, in dem es allen gleich schlecht geht.

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