Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Vatikan

Leo XIV.: „Europa braucht neuen Frühling für die Familie“

Der Papst spricht vor EU-Parlamentariern von einer "drastischen Sterilität" Europas und verurteilt "angeblich familienfreundliche politische Maßnahmen".
Leo XIV. Empfang Intergruppe für Demografie
Foto: Imago/Catholicpressphoto | Papst Leo XIV. beim Empfang von Mitgliedern der fraktionsübergreifenden Intergruppe für Demografie des Europäischen Parlaments im Vatikan.

Papst Leo XIV. hat sich besorgt über die demografische Entwicklung Europas geäußert und eine stärkere Förderung von Familien gefordert. Am Montag warnte der Papst im Vatikan Mitglieder der fraktionsübergreifenden „Demography Intergroup“ (dt.: „Intergruppe für Demografie“) des Europäischen Parlaments vor den Folgen einer alternden Gesellschaft. Die Delegation befand sich anlässlich einer Konferenz zu Familie und Demografie im Vatikan.

Lesen Sie auch:

Europa stehe vor einer „dringenden Herausforderung“ mit konkreten Folgen für Millionen Menschen und Familien, erklärte Leo XIV. Mit Blick auf die sinkenden Geburtenzahlen sprach der Papst von zahlreichen Problemen, darunter einer „Pandemie der Einsamkeit“. Demografische Daten seien „nicht bloß Statistiken, sondern sprechen von Vaterschaft, Mutterschaft und Kindern“. Wörtlich betonte er: „Kinder sind die Zukunft.“

Zudem übte der Papst Kritik an politischen Entwicklungen innerhalb Europas. Die Abkehr von der christlichen Inspiration der Gründerväter der Europäischen Union habe zu einer „drastischen Sterilität“ geführt – nicht nur, weil „zu vielen das Recht genommen wurde, geboren zu werden“, sondern auch, weil jungen Menschen materielle und kulturelle Hilfen für die Zukunft fehlten. Leo XIV. kritisierte „angeblich familienfreundliche politische Maßnahmen“, die zugleich Mutterschaft diskriminierten, Abtreibung als Recht verherrlichten und den Wunsch nach Familiengründung untergräben.

Lesen Sie auch:

Der Schlüssel zur Bewältigung dieser Herausforderungen liege in der Würde jedes Menschen und der Rolle der Familie. Die Familie sei die „erste und unersetzliche Schule des gesellschaftlichen Lebens“ und gründe auf der Ehe zwischen Mann und Frau, so der Papst unter Verweis auf Johannes Paul II. Staat und Gesellschaft müssten Familien stärker einbeziehen und deren zentrale Rolle achten, um sowohl übermäßigen staatlichen Eingriffen als auch Individualismus entgegenzuwirken. Leo XIV. betonte, nur ein „neuer Frühling für die Familie“ könne die „winterliche Kälte unserer alternden Bevölkerungen verwandeln“. DT/jna

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Familiengründung Johannes Paul II. Leo XIV. Päpste

Weitere Artikel

Papst Leo XIV. wirbt vor Politikern für einen „frischen Frühling für die Familie“, doch der würde eine radikale Umkehr voraussetzen.
26.05.2026, 11 Uhr
Stephan Baier
Warum Papst Leo XIV. sich für die Schule von Salamanca interessiert. Eine Erinnerung an eine 500 Jahre alte Denkschule und die moralischen Grenzen demokratischer Macht.
20.06.2026, 11 Uhr
Miguel Ángel Quintana Paz

Kirche

Unerlaubte Bischofsweihen und Exkommunikation: Weit weg von Rom, in Écône, spürt man die Last eines historischen Moments jenseits der roten Linie.
09.07.2026, 09 Uhr
Alexander von Schönburg
Was kann der Mensch noch besser als die Künstliche Intelligenz? Knapp sieben Wochen nach „Magnifica humanitas“ zieht Reinhard Kardinal Marx in München ein selbstbewusstes Fazit.
08.07.2026, 19 Uhr
Jakob Ranke
Bei der dritten Ausgabe des Altöttinger Benedikt-XVI.-Forums steht Heilung im Mittelpunkt. Wie kann der Glauben dabei helfen? Ein Bericht.
07.07.2026, 15 Uhr
Athinea Andryszczak