Es war eine Premiere im spanischen Abgeordnetenhaus, denn vorige Woche wurden einmal keine parteipolitischen Vorwürfe ausgetauscht, keine Haushaltsfragen besprochen und keine neuen Verbote gefordert. Stattdessen ging es um Philosophie – genauer gesagt um eine vor fünfhundert Jahren in Spanien entstandene Bewegung: die Schule von Salamanca. Der Redner: Papst Leo XIV. Nicht wenige Katholiken erwarteten seine Rede mit gewisser Sorge. Würde er die Gelegenheit nutzen, um die vielen Gesetze der Regierung Sánchez zu kritisieren, die der katholischen Moral widersprechen – etwa Abtreibung, Sterbehilfe, geschlechtliche Selbstbestimmung? Das schien unwahrscheinlich: Niemand stellte sich Leo XIV. in offener Konfrontation mit seinen ...
Vordenker der Globalisierung
Warum Papst Leo XIV. sich für die Schule von Salamanca interessiert. Eine Erinnerung an eine 500 Jahre alte Denkschule und die moralischen Grenzen demokratischer Macht.
