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Sieg für die Pressefreiheit, Klatsche für die Schlapphüte

Der bayerische Verfassungsschutz unterstellte der „Berliner Zeitung“ eine Nähe zu prorussischen Narrativen. Jetzt rudert er zurück und korrigiert seinen Bericht.
Holger Friedrich, Verleger der "Berliner Zeitung"
Foto: Reiner Zensen (imago stock&people) | Schaut kritisch auf die deutsche Presselandschaft: Holger Friedrich, schillernder Verleger der "Berliner Zeitung".

Leser schreiben auch. Gerade dann, wenn es ihrer Zeitung an den Kragen gehen soll. Offenbar hat nicht zuletzt der massive Protest der Leser der „Berliner Zeitung“ den bayerischen Verfassungsschutz zu einem Umdenken gebracht. In seinem letzten Jahresbericht hatte er dem Blatt aus der Hauptstadt eine Nähe zu „prorussischen Narrativen“ unterstellt. 

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Nun ist es in der Tat so, dass die Zeitung mit ihrem immer wieder für Schlagzeilen sorgenden Verleger Holger Friedrich in seiner Russland-Berichterstattung einen eigenen Weg geht. Nur eine Personalie als Beispiel: Thomas Fasbender, der Autor einer durchaus kritisch zu sehenden, aber eben gerade auch wegen dieser Akzente interessanten Putin-Biographie, ist der Leiter des Ressorts „Geopolitik“. Vor einigen Monaten konnte in der Zeitung auch Ex-Kanzler Gerhard Schröder ausführlich seine altbekannten Russland-Positionen verbreiten und gleichzeitig scharf die USA attackieren. Alles das mag man inhaltlich kritisch sehen. Es ist aber kein Fall für den Verfassungsschutz. 

Der Pluralismus sollte geschützt werden

Der Pluralismus der Medien ist ein hohes Gut. Er sollte geschützt werden, von allen, sowohl denen, die sich publizistisch am linken oder am rechten Rand dieses pluralistischen Spektrums verorten. Es geht um Grundsätzliches.

Die Verfassungsschützer sollten aufpassen, dass sie nicht irgendwann die Erfahrung von manchem altgedienten Schuldirektor machen. Der Klassen-Rüpel kann noch so viele Tadel erhalten, er trägt sie wie an einer Ordensschnalle. Das, was warnen soll, ist am Ende Werbung.

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Sebastian Sasse Gerhard Schröder

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