Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Christenverfolgung

Selbstbewusst mit Christus

„Carpe Deum“ – In Fulda legten Katholiken eindrucksvolle Zeugnisse ab für das Ehesakrament und das Sakrament der Eucharistie.
Selbstbewusst mit Christus
Foto: Benedikt Winkler | „Für immer lieben und Kinder haben wollen – mehr braucht es nicht für die sakramentale Ehe“, so Tagespost-Autor Jürgen Liminski.

Selbstbewusst mit Christus“ – so war der 18. Kongress „Freude am Glauben“ in Fulda überschrieben, an dem etwa 600 Gläubige teilnahmen. Verschiedene christliche Verlage, Verbände und Werke stellten in der Kongresshalle neben dem Hotel „Esperanto“ ihre Arbeit vor im Bereich Lebensschutz, Religionsfreiheit und Christenverfolgung.

"Für immer lieben und Kinder haben wollen"

Am Samstag sprach Tagespost-Autor Jürgen Liminski von der bedingungslos angenommenen, selbstlosen Liebe, die nur in der Familie erfahren werden könne. „Für immer lieben und Kinder haben wollen – mehr braucht es nicht für die sakramentale Ehe“, so Liminski. Sein Aufruf „Carpe Deum - Lasst uns in Treue zur Mutter Kirche, die Zivilisation der Liebe leben“ fand großen Anklang und Applaus bei den Zuhörern.

Am Abend liefen die Kongress-Teilnehmer mit brennenden Kerzen durch die Fuldaer Altstadt zur Stadtpfarrkirche St. Blasius, um dort eine Stunde in eucharistischer Anbetung zu verweilen. Das Geschenk der Eucharistie als Kraftquelle und die ihr gebührende Verehrung zur Erneuerung der Kirche war das Thema des geistlichen Vortrags, welches Seine Exzellenz, Weihbischof Athanasius Schneider aus Kasachstan am Sonntag gab.

Zwei Feuer sind im Herzen

Den verstorbenen Papst Johannes Paul II. zitierend, sagte er zweimal eindringlich: „Die Eucharistie ist ein zu großes Gut, um Zweideutigkeiten und Verkürzungen zu dulden.“ Außerdem sprach er von zwei Feuern, die im Herzen sind: Das Feuer der Gottesliebe und die Glut der irdischen Begehrlichkeiten. Erstere lässt das Herz aufflammen, letztere müsse zum Erlöschen gebracht werden. Ein lebendiger Glaube erfülle das Bewusstsein von der Herrlichkeit des Herrn, so Schneider.

Im Anschluss fand ein Podiumsgespräch statt zum Thema: „Wie kann der Glaube in den neuen Großraumpfarreien weiterleben?“ Bischofsvikar Christoph Casetti gab einen Einblick in seine eigene pastorale Erfahrung in der Schweiz, wo Großraumpfarreien eine Notwendigkeit geworden seien. Daneben kritisierte er eine Ideologie, die die Stellung des Priesters relativiere. Vielen pastoralen Mitarbeitern falle es schwer, sich unterzuordnen.

Weiterhin sprach Casetti über den Wert von Familie und Hauskirchen. Die Familie sei die kleinste Zelle der Kirche, sagte er. „Ein Ehepaar müsse offen sein für Kinder mit dem Himmlischen Vater.“ Casetti erinnerte an die japanischen Christen, die über zwei Jahrhunderte am katholischen Glauben trotz Verfolgung festgehalten hätten. Der Glaube überlebte dort nur aufgrund der Hauskirchen, sagte er.

Der Sonntag endete mit einem feierlichen Pontifikalamt im Hohen Dom zu Fulda. Es zelebrierte Seine Exzellenz Athanasius Schneider.

DT/bwi

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Athanasius Schneider Christenverfolgung Ehesakrament Jesus Christus Johannes Paul II. Jürgen Liminski Katholikinnen und Katholiken Pontifikalamt Päpste

Weitere Artikel

Dort, wo das Gnadenbild des Barmherzigen Jesus entstand, feiern Tausende in dieser Woche wieder Gottes bedingungslose Liebe. Erzbischof Gänswein und Erzbischof Koch sind dabei.
08.06.2026, 18 Uhr
Meldung

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser