Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Christen in der Politik

Schnieder: CDU darf das Christliche nicht außer Acht lassen

Der Ex-Verkehrsminister will in seiner neuen Funktion als Vorsitzender des Kardinal-Höffner-Kreises die katholische Stimme in der Union stärken.
Patrick Schnieder zum Christlichen in der Union
Foto: IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler (www.imago-images.de) | Patrick Schnieder (CDU) ist seit September Vorsitzender des Kardinal-Höffner-Kreises.

Der frühere Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) mahnt seine Partei, ihre christlichen Grundlagen nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Präambel des Grundgesetzes gebe gewissermaßen den Obersatz für jede politische Herausforderung vor: „In Verantwortung vor Gott und den Menschen“, sagte Schnieder in einem Interview mit katholisch.de, das am Mittwoch erschien.

Lesen Sie auch:

Das „C“ gehe im Alltag manchmal unter, räumte Schnieder ein. Deshalb müsse sich die CDU immer wieder fragen, was ihr Leitbild sei und was es für die politischen Herausforderungen von heute bedeute. Die Debatte, ob die Partei auf das „C“ verzichten sollte, hält er für „vollkommen aus der Welt gefallen“. Das christliche Menschenbild sei und bleibe die Grundlage. Es gebe allerdings nicht automatisch vor, was dies für die praktische Politik bedeute. Entscheidend sei, immer wieder auf die Grundlagen zurückzukommen und ihre Bedeutung für neue Herausforderungen zu erschließen.

Christen zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Schnieder hatte Ende Juli sein Amt als Bundesverkehrsminister verloren und im September den Vorsitz des Kardinal-Höffner-Kreises übernommen. Die Vereinigung katholischer Abgeordneter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion versteht sich als Forum engagierter Christen an der Nahtstelle zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. In seiner neuen Funktion will Schnieder eigenen Angaben zufolge wieder stärker politische Impulse aus katholischer Perspektive setzen. Denn die katholische Stimme sei in seiner Fraktion „nicht mehr so deutlich wahrnehmbar wie früher“, kritisierte er.

Es solle erkennbar sein, dass Katholiken ihre Stimme erheben würden und eine Überzeugung hätten, die sich aus ihrem Christsein speise. Damit wolle der Höffner-Kreis die politische Willensbildung beeinflussen. Schnieder sei überzeugt, dass Katholiken in einzelnen Bereichen weiterhin Dinge anstoßen und Meinungen bilden könnten.

Sachargumente gefragt!

Wichtig sei dabei, mit Sachargumenten zu überzeugen. Die Grundlagen des Glaubens, allen voran die christliche Soziallehre, böten gute Möglichkeiten, die eigene Sichtweise deutlich zu machen. Auch die Kirchen sieht Schnieder in der Pflicht: Als Katholik erwarte er, dass seine Kirche „zu wichtigen gesellschaftlichen und politischen Fragen klar Stellung bezieht und die Gesellschaft mitgestaltet“.

Zu seiner Entlassung äußerte sich Schnieder gelassen. Die habe ihn nicht lange belastet, sagte er. Geholfen hätten ihm dabei vor allem seine Familie und sein Glaube. Wer solche Fundamente habe, wisse, „dass es noch andere Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, und die belastenden Themen rücken schneller in den Hintergrund“.  DT/dsc

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Jetzt die „Tagespost" abonnieren und nichts mehr verpassen.

Themen & Autoren
Meldung CDU CDU/CSU-Bundestagsfraktion Christen Christliche Soziallehre Katholikinnen und Katholiken

Weitere Artikel

Sollte die Hamburger Bundestagsabgeordnete tatsächlich CDU-Generalsekretärin werden, wäre das auch ein Lohn für die programmatische Solidität dieses Flügels, die sich im Fall Spahn gezeigt hat.
24.07.2026, 18 Uhr
Sebastian Sasse
Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will die Autobahnfinanzierung reformieren. Die Gefahr besteht, dass ein neuer Schuldenberg anwächst.
17.09.2026, 07 Uhr
Benjamin Leven
Der Kabinettsumbau hat nur in einer Hinsicht einen Wechsel gebracht: Die Stimmung in der CDU ist jetzt noch schlechter als vorher.
29.07.2026, 17 Uhr
Sebastian Sasse

Kirche

Die Pieper-Stiftung schlägt vor, über den US-Bischof Robert Barron und seine Theologie zu debattieren. Der nimmt es mit spöttischem Humor.
27.10.2026, 16 Uhr
Sebastian Ostritsch
Das Reiseprogramm bleibt, wie ursprünglich geplant, bestätigte der Vatikan: Papst besucht Mitte November Südamerika. Knapp einen Monat nach seiner Lungen-OP.
27.10.2026, 09 Uhr
Meldung
Christus verkünden statt auf die Straße mit Gebrüll: Frankreichs Bischöfe ermutigen die Jugend, gerade jetzt in der Heiligkeit zu wachsen. Die Unruhen zeugten von Sinnsuche.
26.10.2026, 14 Uhr
José García
Proteste in Frankreich, verfolgte Lebensschützer in England: Und trotz allem gibt es für Christen immer Grund zur Hoffnung. Das meinen auch Frankreichs Bischöfe.
26.10.2026, 11 Uhr
Elisabeth Hüffer
Kirchenvertreter und Jordaniens Großmufti verurteilen den Angriff auf eine orthodoxe Kirche und rufen zum Gebet und zum Zusammenhalt von Christen und Muslimen auf.
24.10.2026, 14 Uhr
Meldung