Bibbiano

Schmutzige Geschäfte mit Hänsel und Gretel

Norditalien: Psychologen und Politiker handelten mit Kindern aus armen Familien.
Salvini: Linke Politiker im Visier
Foto: Jussi Nukari (Lehtikuva) | Matteo Salvini hat den Fall "Hansel y Gretel" aufgegriffen, um den politischen Gegner, den „Partito democratico“, der in der Opposition sitzt, heftig anzugreifen.

In Norditalien hat ein „Mafia“ von Psychologen und Politikern gleichgeschlechtliche Paare mit fremdem Nachwuchs beglückt. Journalistische Recherchen haben ans Licht gebracht, dass Psychotherapeuten, örtliche Politiker, Mitarbeiter sozialer Dienste und Aktivisten für gleichgeschlechtliche Partnerschaften einen „Handel“ mit Kindern betrieben haben: Diese wurden Eltern aus ärmlichen Verhältnissen mit der Begründung weggenommen, dass sie zu Hause sexuell missbraucht worden seien, um sie dann mit besonderer Vorliebe in die Betreuung homosexueller Paare zu geben.

Wie sich herausstellte, waren die entsprechenden Gutachten der Therapeuten jedoch gefälscht. Nach den ersten Medienberichten eröffnete die Staatsanwaltschaft Ende Juni ein Verfahren gegen 29 Personen, unter anderem gegen den bekannten Jugendpsychologen Claudio Foti, der das private Psychotherapiezentrum „Hansel e Gretel“ mit Sitz in Turin betreibt, und den Bürgermeister von Bibbiano, den Linkspolitiker Andrea Carletti vom „Partito democratico“.

Linke Familienpolitik im Visier

Vor allem aber hat die Regierungspartei Lega und allen voran ihr Chef, Matteo Salvini, den Fall aufgegriffen, um den politischen Gegner, den „Partito democratico“, der in der Opposition sitzt, heftig anzugreifen. Denn die Region, zu der Bibbiano und das Val d’Enza gehören, ist traditionell links und wird heute noch von Linksdemokraten regiert. Zahlreiche Exponenten des „Partito democratico“ stellen den Bürgermeister – wie in Bibbiano selbst. Der Vorwurf Salvinis und seiner Leute lautet, der Fall „Hansel e Gretel“ sei typisch für die Familienpolitik der Linken, für die die natürliche Familie ein Feind und Gender, gleichgeschlechtliche Partnerschaften und LGBT die Leitbilder seien.

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Auf Facebook postete Salvini ein Video, das einen Vater zu Wort kämen lässt, dem vor acht Jahren die Tochter weggenommen wurde. Salvinis Kommentar: „Ich werde bald in Bibbiano sein, diese Kriminellen dürfen nicht unbestraft bleiben.“ Um dann gleich auch den politischen Gegener ins Visier zu nehmen: „Eine gewisse Linke ekelt mich an, die nicht nur Geschäfte mit Einwanderern macht, sondern sogar auch mit Kindern.“

Die Behörden kräftig zur Kasse gebeten

Die privat arbeitenden Jugendpsychologen kassierten von den Kommunen überhöhte Stundensätze für die „Behandlung“ der Kinder. Die Pflegeeltern, Medienberichten zufolge zahlreiche homosexuelle und lesbische Paare, bezahlten das Therapiezentrum für die Auslieferung der Kinder und rechneten wiederum bei den Behörden kräftige und zum Teil zu hoch angesetzte Tagessätze für die Betreuung der Kleinen ab. Als Sozialarbeiterin arbeitete unter anderen eine lesbische Aktivistin für den privaten jugendpsychologischen Dienst „Hansel e Gretel“. Sie soll die Kinder an gleichgeschlechtliche Paare vermittelt haben.

DT/gho

Einzelheiten zum Fall des Kinderhandels in Norditalien lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“.

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