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Familienzeit: Warum Eltern mit ihren Kindern basteln und spielen sollten

Der moderne Alltag lässt Eltern und Kindern immer weniger Freiraum. Zwischen Berufstätigkeit und Haushaltspflichten bleiben dennoch ausreichend Möglichkeiten, sich nicht ohne einander in den Wohnräumen aufzuhalten. Starke Familienbindung fördert zum Beispiel gemeinsames Basteln.
Starke Familienbindung fördert zum Beispiel gemeinsames Basteln.
Foto: Steven Weirather / Pixabay

Gemeinsam Bastelideen finden

Kinder sind voller verrückter Ideen, die sie ohne elterliche Anleitung oft nicht umsetzen können. Ein Nachmittag für das Aufzeichnen einiger Ideen weckt auch bei wenig kreativen Erwachsenen wieder die einstige Lust, Neues auszuprobieren. Kostenlos erhalten tausend kleine Dinge im Haushalt mit Schere, Stift und Geduld eine völlig neue Funktion. Will sich auf Anhieb keine Idee finden, kommen vielleicht bei einem Kellerrundgang Gegenstände zum Vorschein, die sich wunderbar umfunktionieren lassen. 

Bessere Kommunikation durch gemeinsam Geschaffenes

Eine Ablageschale über dem Waschbecken im Badezimmer können Kinder als Bastelarbeit mitgestalten. Ein paar Holzbretter werden dafür um eine Holzleiste genagelt und transparent oder bunt lackiert. Neben Waschbecken aus Naturstein passt ebenfalls eine selbst aus Holz gebastelte Seifenschale. Beim Basteln reden Eltern und Kinder automatisch miteinander. Nebenbei ergibt sich gewiss eine Unterhaltung über den KiTa- oder Schulalltag bzw. den Arbeitsalltag der Eltern. Jeden Morgen und Abend sind die kleinen Badhelfer künftig ein Gute-Laune-Anblick für Jung und Alt.

Stärkeres Selbstwertgefühl durch DIY-Erfolge

Fehlt den Kindern noch das motorische Geschick, aus einem alten Schuh einen Blumentopf zu basteln, freuen sie sich über die Hilfe der Eltern und sind auch beim nächsten Bastelnachmittag begeistert dabei. Sie können als »Pflanzenpaten« eingespannt werden. Das gibt ihnen das Gefühl, Vertrauen durch Verantwortung von den Eltern zu bekommen. Auch eine gemeinsam angelegte Kräuterschnecke auf dem Balkon ist eine Möglichkeit, den Kindern ein ernstes Selbstwertgefühl zu geben. Von hier kann die gemeinsame Bastelzeit gut auf gemeinsames Zubereiten mit den selbst gezogenen Kräutern ausgedehnt werden.

Gemeinsame Zeit, kostbares Gut in Familien

Gemeinsame Familienzeit bei Aktivitäten außerhalb der Wohnung ist für alle eine willkommene Abwechslung vom häufig getrennten Alltag. Aktiv sollte gemeinsame Zeit auch innerhalb der Wohnung geplant werden. PC und Laptop, Smartphone oder Tablet sollten für ein paar Stunden einmal keine Rolle spielen. Je häufiger Familien diesen Cut schaffen, desto besser lernen sie einander kennen. Es stimmt nicht, dass Eltern ihre Jüngsten automatisch kennen. Nur bei gemeinsamen Nachmittagen erfahren sie auch Geheimnisse oder Interessen, die ihnen bislang wahrscheinlich nicht bekannt waren.

Kreative Lebenssicht durch Einfallsreichtum

Basteln und gemeinsame Aktivitäten fördern bei Kindern die Kreativität schon ab dem Kleinkindalter. Je stärker sie von ihren Eltern darin bestärkt und unterstützt werden, desto wahrscheinlicher leben sie auch als Erwachsene kreativ. Von bekannten Erfindern und Wissenschaftlern wird häufig behauptet, dass sie schon immer »irgendwie verrückt« waren. Nicht jedes Kind mit tollen Ideen wird später selbst ein Erfinder. Es genügt aber schon, selbstbewusst neue Dinge auszuprobieren. Den Grundstein für diese offene Lebenssicht legen Eltern als Vorbilder und Unterstützer.

Fazit:
Im modernen Alltag ergeben sich für Familien nur wenige Gelegenheiten, ohne Terminstress miteinander Zeit zu verbringen. Umso kostbarer ist es, sich wenigstens hin und wieder mit gemeinsamen Bastelarbeiten zu beschäftigen. Kinder bekommen dadurch ein starkes Selbstwertgefühl, Eltern eine vielleicht noch nicht bekannte Sichtweise auf Interessen, Träume und den Alltag ihrer Jüngsten.

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