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Putin verzockt Russlands Zukunft

Durch Moskaus Ukraine-Krieg hat sich Nordkorea aus der Isolation befreit und Russland in eine solche hineinmanövriert.
Kim Jong Un, Wladimir Putin
Foto: DT / IMAGO / SNA | Hol das Scheckheft raus, es wird teuer: Putin setzt nordkoreanische Soldaten und Material auf dem ukrainischen Schlachtfeld ein - und verhilft damit Diktator Kim Jong Un zum geopolitischen Comeback.

Vor 2022 war Nordkorea der Paria der internationalen Gemeinschaft, von Peking irgendwie am Leben und zugleich im Zaum gehalten. Heute ist Nordkorea ein unantastbarer Player auf der weltpolitischen Bühne, von China respektiert und von Russland hofiert. Die atheistisch-kommunistische Diktatur des Kim-Clans ist ein Kriegsgewinnler, der sich mit totalitärer Überwachung nach innen und maßloser Aufrüstung nach außen unangreifbar gemacht hat.

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Der russische Präsident Wladimir Putin und sein Außenminister Sergei Lawrow haben nun Nordkoreas Außenministerin Choe Son Hui in Moskau zum „dritten strategischen Dialog“ empfangen und dabei beschlossen, die Zusammenarbeit auszubauen. Moskau versprach Nordkorea „volle Unterstützung“ bei den Bemühungen, seine Souveränität gegen „feindliche Bedrohungen“ zu verteidigen – gemeint ist Südkorea. Nordkorea umgekehrt stellte seine Unterstützung für alle „innen- und außenpolitischen Maßnahmen Russlands“ in Aussicht, die darauf abzielen, „die eigentliche Ursache des Ukraine-Konflikts zu beseitigen“ – gemeint ist die Ukraine.

Abhängig von China, Nordkorea und dem Iran

Einen Beistandspakt nennt man so etwas: Russland und Nordkorea unterstützen sich wechselseitig in ihren machtpolitischen Ambitionen. Das zeigt nicht nur, wie geschickt Nordkorea sich strategisch aus der einstigen Isolation manövriert hat, sondern auch, wie Putin sein Land in tragische Abhängigkeiten steuerte. Vor ein paar Jahren noch war Putins Russland ein geschätzter Handels- und Kooperationspartner des Westens, Mitglied im Europarat und in der zur G8 erweiterten Runde der führenden Industriestaaten. Sicherheitspolitisch bot der Nato-Russland-Rat Moskau eine Bühne und Kooperationsgelegenheit.

Nichts davon ist heute noch übrig: Putin hat sein Russland in die militärische, wirtschaftliche und politische Abhängigkeit von China, Nordkorea und dem Iran geführt. Er hat Russlands Größe nicht gemehrt, sondern verspielt. Und ebenso seine Jugend: 30.000 Soldaten sterben Monat für Monat in der Ukraine in einem Krieg, den Moskau nicht mehr gewinnen kann. Trotz nordkoreanischer, kubanischer und afrikanischer Söldner sind es noch immer mehrheitlich Bürger der Russischen Föderation, deren Leben Putin in seinem imperialistischen Krieg opfert.

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Stephan Baier Wladimir Wladimirowitsch Putin

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