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Putin lässt Kritiker ermorden oder wegsperren

Rechtzeitig vor Beginn des Präsidentschaftswahlkampfs wurde Alexej Nawalny in ein Straflager der Polarregion deportiert. Die Putin-Festspiele können beginnen!
Putin will sich am 17. März zum fünften Mal zum Präsidenten wählen lassen
Foto: IMAGO/Sergei Karpukhin (www.imago-images.de) | Wladimir Putin will sich am 17. März zum fünften Mal zum Präsidenten wählen lassen, und da soll sein bekanntester Kritiker offenbar unsichtbar und unhörbar sein.

Die gute Nachricht ist: Alexej Nawalny lebt. Das ist in diesem Zusammenhang jedoch die einzige gute Nachricht, denn der Umgang des „Systems Putin“ mit seinem wohl prominentesten Kritiker ist unmenschlich und grausam. Drei Wochen lang gab es keinerlei Lebenszeichen von dem Mann, den Putin zunächst vergiften, dann festnehmen und unter skurrilen Beschuldigungen aburteilen und wegsperren ließ. 

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Dank der „akribischen Arbeit der Juristen des Antikorruptionsfonds“, so Nawalnys Frau Julia, wurde der Regimekritiker nun aufgespürt. Alexej Nawalny ist nach abenteuerlichen 20 Tagen jetzt in dem berüchtigt brutalen Straflager „Polarwolf“ inhaftiert, in der entlegenen Polarregion, mehr als 2.000 Kilometer von der Hauptstadt Moskau entfernt. Alle bisherigen Schikanen und Demütigungen konnten den Putin-Kritiker weder brechen noch zum Schweigen bringen. Nun versucht es das Regime mit noch brutaleren und grausameren Methoden.

Nawalny soll unsichtbar und unhörbar sein

Putin-Kritiker Alexei Nawalny
Foto: IMAGO/xGrigory39371x (www.imago-images.de) | Der „Extremismus“, der Nawalny eine Verurteilung zu 19 Jahren Lagerhaft einbrachte, besteht darin, dass er Wladimir Putins Amtsführung kritisierte und die gigantische Korruption seines Systems offenlegte.

Der „Extremismus“, der Nawalny eine Verurteilung zu 19 Jahren Lagerhaft einbrachte, besteht darin, dass er Wladimir Putins Amtsführung kritisierte und die gigantische Korruption seines Systems offenlegte. Nawalnys Anhänger in Russland sind davon überzeugt, dass der Zeitpunkt seiner Verlegung in den bitterkalten hohen Norden Russlands kein Zufall ist: Wladimir Putin will sich am 17. März zum fünften Mal zum Präsidenten wählen lassen, und da soll sein bekanntester Kritiker offenbar unsichtbar und unhörbar sein.

Der Umgang mit Nawalny, wie zuvor mit Boris Nemzov, der 2015 in Sichtweite des Kreml auf einer Brücke mit vier Schüssen in den Rücken und den Hinterkopf ermordet wurde, zeigt Putins Verständnis von Demokratie. So sehr misstraut der Autokrat im Kreml seinen Russen, dass er seine erfolgreichsten Kritiker und populärsten Herausforderer ermorden oder wegsperren lässt. Auch wenn es für die russische Präsidentenwahl derzeit 30 Bewerber gibt: Antreten darf nur, wen der Kreml um der Show willen zulässt. Die Rollen dieser Putin-Festspiele sind von Anfang an klar. Und sie werden mit eiserner Faust durchgesetzt.

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Stephan Baier Alexej Nawalny Russische Regierung Wladimir Wladimirowitsch Putin

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