Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Ex-Vizepräsident kritisiert

Pence: Die Geschichte wird Trump zur Verantwortung ziehen

Mike Pence distanziert sich deutlich wie selten von Trump: Am 6. Januar 2021 habe dieser seine Familie und die Menschen im Kongress in Gefahr gebracht, so der Ex-Vizepräsident.
Pence: Geschichte wird Trump zur Rechenschaft ziehen
Foto: Alex Brandon (AP) | Was am 6. Januar geschehen sei, sei „eine Schande, und es spricht jeglichem Anstand Hohn, dies auch nur irgendwie anders darzustellen“, so Ex-Vizepräsident Mike Pence.

Der republikanische US-Politiker Mike Pence, von 2017 bis 2021 Vizepräsident unter Donald Trump, hat sich mit deutlichen Worten vom ehemaligen republikanischen Präsidenten distanziert. Mit Bezug auf den Kapitolsturm vom 6. Januar 2021, als gewaltbereite Trump-Anhänger versuchten, die Zertifizierung des Wahlsiegs Joe Bidens zu verhindern, erklärte Pence in einer Rede vor Medienvertretern des „Gridiron Club“ in Washington: „Die Geschichte wird Donald Trump zur Verantwortung ziehen.“ Trump wird vorgeworfen, sich nie von den Demonstranten distanziert, sondern diese noch in ihrem Tun ermutigt zu haben.

"Präsident Trump lag falsch"

Pence, der damals auch ins Visier des gewaltsamen Mobs geraten war, da er sich geweigert hatte, wie von Trump gefordert gegen die Zertifizierung des Wahlergebnisses vorzugehen, verteidigte sein Handeln an jenem Tag. „Präsident Trump lag falsch. Ich hatte nicht die Befugnis, die Wahl zu kippen.“ Trumps „rücksichtlose Äußerungen“ hätten seine Familie und alle, die sich am 6. Januar im Kapitol befunden hätten, in Gefahr gebracht. Diejenigen, die das Kongressgebäude gewaltsam gestürmt hatten, skandierten Rufe wie „Hängt Mike Pence!“. Der damalige Vizepräsident musste daher vor den Demonstranten in Sicherheit gebracht werden.

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Auch die derzeitige Darstellung einiger rechter Medienvertreter wie dem Fox-News-Moderator Tucker Carlson, wonach es sich beim „Sturm auf das Kapitol“ nicht um einen gewaltsamen Aufstand gehandelt habe, wies Pence zurück. „Touristen verletzen nicht 140 Polizeikräfte durch Sightseeing“, so der 63-Jährige. Und sie würden auch keine Türen eintreten, „um zum Sprecher des Repräsentantenhauses zu gelangen oder Staatsbeamte zu bedrohen“. Was am 6. Januar geschehen sei, sei „eine Schande, und es spricht jeglichem Anstand Hohn, dies auch nur irgendwie anders darzustellen“. 

Die Äußerungen des ehemaligen Vizepräsidenten stellen die wohl deutlichste Kritik an Trump dar, die von Pence bislang zu vernehmen war. Ihm werden schon seit längerer Zeit eigene Ambitionen auf eine Präsidentschaftskandidatur für die Republikaner nachgesagt. Bislang hat Pence diese jedoch nicht offiziell bekanntgegeben. In seiner Rede am Wochenende erklärte er nur: „Ich werde von ganzem Herzen vorbehaltslos den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner für 2024 unterstützen, wenn ich es selbst bin.“  DT/mlu

Trump hat seine Präsidentschaftskandidatur bereits angekündigt, doch es läuft alles andere als rund für den ehemaligen Präsidenten. Weshalb er diesmal schon in den Vorwahlen scheitern könnte, erfahren Sie in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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