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Diplomat: Nur Machado kann Venezuela politisch einen

Im Gespräch mit der „Tagespost“ erklären hochrangige Persönlichkeiten aus dem venezolanischen demokratischen Lager, warum das Treffen zwischen María Corina Machado und der Trump-Regierung strategisch wichtig war.
Venezolanische Oppositionspolitikerin Maria Corina Machado
Foto: IMAGO/Lenin Nolly (www.imago-images.de) | Machado bleibt die zentrale Stimme der venezolanischen Demokratiebewegung, meint der Politologe Enderson Sequera.

Am vergangenen Donnerstag war die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus empfangen worden. Nach Informationen der „Tagespost“ aus venezolanischen Oppositionskreisen war das Treffen weit mehr als ein Höflichkeitsbesuch: Neben Trump nahmen am Gespräch Vizepräsident J.D. Vance, Außenminister Marco Rubio und Trumps Stabschefin Susie Wiles teil. Das Treffen dauerte nach übereinstimmenden Angaben rund 45 Minuten länger als ursprünglich angesetzt.

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Trump erklärte im Anschluss knapp, er habe eine Frau getroffen, vor der er großen Respekt habe; sie habe ihm „ihren Nobelpreis“ überreicht. Machado übergab dem Präsidenten nicht nur die Nobelpreis-Medaille, sondern auch einen Rosenkranz, den sie vom Papst hatte segnen lassen – einen jener Rosenkränze, die sie bei ihrem letzten öffentlichen Auftritt am 9. Januar 2025 von einfachen Menschen in Venezuela erhalten und nach Rom gebracht hatte.

Machados Besuch stärkt strategische Perspektive

Was bedeutet der Besuch für die nächsten Schritte in Venezuela? Die „Tagespost“ hat dazu mit ehemaligen Spitzenbeamten, Diplomaten und Strategen aus dem venezolanischen demokratischen Lager gesprochen.

Milos Alcalay, früher stellvertretender Außenminister und Ständiger Vertreter Venezuelas bei den Vereinten Nationen, beschreibt die Prioritäten Washingtons nach der Festnahme Nicolás Maduros am 3. Januar als klar sicherheitspolitisch: Eindämmung von Drogenhandel und irregulärer Migration, Zurückdrängen von Hisbollah-Strukturen, Freilassung politischer Gefangener – sowie die Ölfrage. Zugleich warnt Alcalay vor einem „doppelten Gesicht“ der Interimspräsidentin Delcy Rodríguez: Nach außen gebe sie sich gegenüber Trump fügsam, innenpolitisch setze sie weiter auf revolutionäre Provokationsrhetorik – in der Hoffnung, Zeit zu gewinnen.

Trump verfolge seinerseits eine vorläufige Taktik, die auf eine nationale Sicherheitsoption zulaufe, bei der er als Sieger erscheinen könne, so Alcalay. In diesem Spannungsfeld habe bislang jedoch ein drittes Element gefehlt: eine strategische Perspektive, die über kurzfristige Deals und Verzögerungsmanöver hinausweist. Genau hier liege das Gewicht von Machados Besuch. Rubios Dreischritt – Stabilisierung, Erholung, dann Übergang – könne, so Alcalay, die von Machado vertretene Alternative erstmals wieder „strategisch möglich“ machen: notwendige pragmatische Schritte ja, aber von Beginn an mit dem Ziel eines echten politischen Übergangs nach 27 Jahren autoritärer Herrschaft.

Baustein zur Vorbereitung eines Übergangs

Diese Linie habe Machado, so Alcalay weiter, auch im Kongress gegenüber Abgeordneten beider Parteien betont: Die venezolanische Opposition wolle nicht als kurzfristige Inszenierung wirken, sondern als Staatsdiplomatie, die über einzelne Amtszeiten hinausreicht – weil der Prozess lang sein werde. Der Besuch sei keine „Show-Diplomatie“ mit spektakulären Sofortresultaten, aber ein Baustein zur Vorbereitung eines Übergangs.

Asdrúbal Aguiar, früher Gouverneur von Caracas und heute Generalsekretär der Demokratischen Initiative Spaniens und Amerikas (IDEA), formuliert es gegenüber dieser Zeitung schärfer: Wer glaube, ein demokratischer Übergang lasse sich organisieren, ohne „eine kriminelle Drogenorganisation, die den Staat gekapert hat“, zu zerschlagen, verkenne die Realität. In einem Beitrag für „El Nacional“ schreibt Aguiar, nach Maduros Absetzung werde die Lage zunächst unbeständig bleiben; erst die Beseitigung des „absoluten Bösen“ könne den Weg zu Erholung und Wohlergehen öffnen.

Der frühere venezolanische Botschafter in Deutschland, Erik Becker, hebt im Gespräch mit der „Tagespost“ den Wert des persönlichen Kennenlernens hervor. Trump sei zunächst der Ansicht gewesen, Machado könne Venezuela nicht sofort regieren: „Es wäre einfach ein totaler Misserfolg gewesen, da sie tatsächlich keine Unterstützung durch die Institutionen hat, die derzeit praktisch alle von den Leuten des aktuellen Regimes übernommen werden.“ Nach dem Treffen, so Becker, wüssten Trump und insbesondere Rubio, dass Machado die einzige sei, die Venezuela politisch einen könne.

Zentrale Stimme der venezolanischen Demokratiebewegung

Auch politische Analysten in Caracas werten das Treffen als Signal. „El Nacional“ zitiert den Politikwissenschaftler Jesús Castellanos, der von einem strategischen und symbolischen Sieg spricht: Machado sei direkt vom Präsidenten empfangen worden; die längere Dauer des Gesprächs unterstreiche das Gewicht ihrer Führungsrolle. Der Politologe Enderson Sequera ergänzt, schon das Zustandekommen des Treffens sei ein Erfolg gewesen, nachdem tagelang Gerüchte kursiert hätten, Machado werde aus der US-Strategie für einen Wandel ausgeschlossen. Mit dem Besuch im Weißen Haus und den Gesprächen im Kapitol seien diese Spekulationen zumindest politisch entkräftet: Machado bleibt die zentrale Stimme der venezolanischen Demokratiebewegung.

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José García

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