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Vatikan fordert weltweites Ende der Leihmutterschaft

Zur 70. Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen hat der Vatikan die Praxis der Leihmutterschaft scharf kritisiert. Sie entwürdige sowohl Frauen als auch Kinder.
Vatikan fordert Ende von Leihmutterschaft
Foto: IMAGO / Cavan Images | Leihmutterschaft werde häufig als „mitfühlende Lösung“ für unerfüllte Kinderwünsche dargestellt, so der Vatikan.

Der Vatikan hat ein weltweites Ende der Leihmutterschaft gefordert. Wie das Nachrichtenportal „Vatican News“ am Wochenende berichtete, kritisierte die Ständige Vertretung des Vatikans in New York in einer Stellungnahme anlässlich der 70. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission, dass technologische Entwicklungen in diesem Bereich ethische und rechtliche Grenzen überschritten hätten. Kinder würden zu „Produkten“ und Frauen zu „Dienstleistern“ herabgewürdigt, deren Körper ausgebeutet. Ein Kind sei jedoch „immer ein Geschenk und niemals Gegenstand eines Vertrags“, zitierte die Vertretung aus der Erklärung „Dignitas infinita“ von Papst Franziskus.

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Die Sitzung, die gemeinsam mit Italien, der Türkei und Paraguay veranstaltet wurde, befasste sich mit Gewalt und Ausbeutung im Zusammenhang mit Leihmutterschaft. In seinem Statement stellte der Vatikan die Praxis in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext. Leihmutterschaft werde häufig als „mitfühlende Lösung“ für unerfüllte Kinderwünsche dargestellt. Tatsächlich handle es sich jedoch um eine kommerzielle und entwürdigende Transaktion, bei der die finanzielle Not von Frauen ausgenutzt werde.

Perverser Wettbewerb

In vielen Fällen sei wirtschaftliche Not der Hauptgrund für Frauen, Leihmutter zu werden. Dabei müssten sie um Aufträge konkurrieren. Es sei kein Zufall, dass wohlhabende und prominente Menschen häufig zu den Auftraggebern gehörten, jedoch nur selten selbst als Leihmütter aufträten, so der Vatikan. In diesem Zusammenhang sprach die Vertretung von einem „perversen Wettbewerb“. Häufig finde dieser zudem im Verborgenen statt: Wo kommerzielle Leihmutterschaft verboten sei, würden Zahlungen etwa als „Geschenke“ oder „Aufwandsentschädigungen“ deklariert.

Es gebe Fälle, in denen Leihmütter sozial isoliert und ihre Ernährung, Aktivitäten und ihr Gesundheitszustand streng überwacht würden. In sogenannten „Babyfabriken“ trügen mehrere Frauen gleichzeitig Kinder für einzelne Auftraggeber aus. Werde bei pränatalen Untersuchungen eine Behinderung festgestellt, sei mitunter von einem „fehlerhaften Produkt“ die Rede, erklärte der Vatikan. Dies widerspreche grundlegend der Vorstellung einer gerechten Gesellschaft, in der Kinder gedeihen könnten.

Nach Ansicht des Heiligen Stuhls lassen sich diese Probleme nicht durch eine bloße Regulierung lösen. Der Vatikan begrüßte daher die Entscheidung der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht, vorerst keine Konvention zur rechtlichen Elternschaft bei Leihmutterschaft zu verfolgen. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass die Beratungen der Vereinten Nationen Wege aufzeigen könnten, Leihmutterschaft in all ihren Formen weltweit zu beenden.  DT/dsc

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