Kriege sind grausam und führen vielfach zur Verrohung jener, die mit dem täglichen Töten und Sterben leben müssen. Ein Video aus der südukrainischen Stadt Cherson zeigt das auf schockierende Weise: Zu sehen ist eine russische Kleindrohne, die einen unbewaffneten Gemüsehändler jagt. Der Mann hält seinen Knoblauch in die Kamera, um dem Drohnenpiloten zu zeigen, dass er nur ein Lebensmittelhändler ist, kein Soldat. Dann sucht Jurij vergeblich Deckung. Doch die Drohne jagt ihn weiter und explodiert direkt neben ihm. Der Gemüsehändler Jurij überlebt trotz schwerer Splitterverletzungen.
Zahllose Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Der Krieg geht weiter, und mit ihm die zahllosen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wie sie Tag um Tag und Nacht für Nacht in der Ukraine dokumentierbar sind. Längst ist auch den Akteuren im Kreml klar, dass die Ukraine nicht kapitulieren wird, dass dieser Krieg nicht mehr zu gewinnen ist und dass die eigenen Verluste – mindestens 30.000 Russen sterben jeden Monat auf dem Schlachtfeld – Russland seiner ohnehin dezimierten Jugend berauben. Ein sinnloser, aber ideologisch stark aufgeladener Krieg.
Wladimir Putin kann die Ukraine nicht erobern, also versucht er, sie zu vernichten und ihre Einwohner zu terrorisieren. Das Land, dem er eine eigene Identität abspricht, ja das er in zaristisch-imperialistischer Tradition als „Kleinrussland“ zum eigenen Herrschaftsraum rechnet, soll zermürbt, zerbombt, zerstört werden. Großflächig mit allnächtlichen Raketenangriffen oder kleinteilig mit grausamer „Drohnen-Safari“ gegen harmlose Zivilisten, wie jetzt in Cherson.
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