Das ironische Diktum, „Linksintellektuelle“ sei ein Pleonasmus, gehört eher zu den Wunschvorstellungen jener Linken, die meinen, „die“ Kultur für sich gepachtet zu haben. Dass daraus nicht selten fragwürdige Narrative entstehen können, zeigt sich beispielhaft am Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939) und an der Art, wie er heute gedeutet wird – gerade am 90. Jahrestag seines Ausbruchs. Der Spanische Bürgerkrieg war nicht nur ein militärischer und politischer Konflikt, sondern auch ein Kampf um die kulturelle Deutungshoheit.
Der Spanische Bürgerkrieg und die Linkskultur
Lorca wurde zum Märtyrer, Machado zum Dichter des „anderen Spanien“, Picassos „Guernica“ zur Ikone des Antifaschismus stilisiert. Doch die Wirklichkeit war komplexer.
