Am Ostersonntag haben mutmaßliche Fulani-Angreifer im nigerianischen Bundesstaat Kaduna bei Überfällen auf zwei Gottesdienste mindestens zwölf Christen getötet. Zuvor waren in Benue bereits 17 Christen ermordet worden. Damit hält die schwere Gewalt gegen Christen in Nigeria auch über die Osterfeiertage an, wie „Christian Daily International" berichtet.
In der mehrheitlich christlichen Stadt Ariko (Bezirk Kachia, Kaduna) eröffneten die Angreifer demnach während der Gottesdienste das Feuer auf Gläubige in der Evangelical Church Winning All (ECWA) und der katholischen St.-Augustinus-Kirche. Anwohner melden zahlreiche Entführungen; beide Kirchengebäude sind beschädigt.
„Die als Fulani-Banditen identifizierten Angreifer waren in großer Zahl", sagte Mark Bawa vom Kachia-Rat. Sie hätten die Gemeinden umzingelt und während des Gottesdienstes angegriffen. Zunächst war von mindestens acht Toten die Rede, später bargen Sicherheitskräfte weitere Leichen – die Zahl erhöhte sich auf zwölf Todesopfer. Mehrere Dutzend Christen wurden in den Busch verschleppt. Auch Gideon Michael, ein Einwohner, bestätigte den koordinierten Angriff bewaffneter Fulani auf beide Kirchen.
Im Bundesstaat Benue wurden am frühen Ostersonntag im Dorf Jande (Mbalom, Gwer East) 17 Christen von mutmaßlichen Fulani-Hirten getötet. Zahlreiche Häuser wurden zerstört, weitere Bewohner entführt. Gouverneur Hyacinth Alia bezeichnete den Überfall als „abscheulich“ und für seine Regierung inakzeptabel.
Die meisten getöteten Christen starben hier
Nigeria bleibt das Land, in dem weltweit die meisten Christen wegen ihres Glaubens getötet werden. Laut Open Doors‘ Weltverfolgungsliste 2026 wurden von 4.849 global getöteten Gläubigen 3.490 (72 Prozent) in Nigeria ermordet – mehr als im Vorjahr (3.100). Das Land rangiert auf Platz sieben der stärksten Christenverfolgungen.
Zwar vertreten nicht alle Fulani extremistisches Gedankengut. Doch ein Bericht der britischen „All-Party Parliamentary Group for International Freedom of Belief“ verglich bereits 2020 radikalisierte Fulani-Gruppen mit Boko Haram und ISWAP (dem „Islamischen Staat in der Provinz Westafrika“). Christliche Führer melden seit langem gezielte Angriffe auf christliche Dörfer im sogenannten Middle Belt, verbunden mit Landnahme, Vertreibung und islamistischer Gewalt. Der Terror breitet sich aus – durch Entführungen und neue Gruppen wie Lakurawa im Nordwesten, die mit modernen Waffen agiert und mit der expansionistischen Al-Qaida-Rebellengruppe Jama’a Nusrat ul-Islam wa al-Muslimin (JNIM) kooperiert, die ihren Ursprung in Mali hat. (DT/jg)
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