Berlin

Kramp-Karrenbauer: Es gibt keine christliche Politik

Als Politikerin engagiere sei sich aus ihrem christlichen Glauben heraus, jedoch diktiere ihr die christliche Botschaft keine politischen Forderungen, so die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer.
CDU-Vorsitzende zu christlicher Politik
Foto: Mohssen Assanimoghaddam (dpa) | „Ich bin Christdemokratin mit Leib und Seele. Aber ich weise von mir, eine christliche Politik zu machen", so die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer.

Die christliche Botschaft kennt keine christliche Politik. Diese Ansicht vertritt die CDU-Vorsitzene Annegret-Kramp Karrenbauer. In einem Gastbeitrag für die „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ schreibt sie: „Ich bin Christdemokratin mit Leib und Seele. Aber ich weise von mir, eine christliche Politik zu machen.“ Als Politikerin engagiere sie sich aus ihrem christlichen Glauben heraus, dieser gebe ihr Orientierung und Kraft. „Aber die christliche Botschaft diktiert mir nicht politische Forderungen“, so Kramp-Karrenbauer.

AKK: Christliche Botschaft kann Politikern Orientierung geben

Die christliche Botschaft kann Politikern Orientierung geben, so die 56-Jährige, und dabei helfen, eine intensive Güterabwägung vorzunehmen. Sie könne konkreten Entscheidungen eine Richtung geben, konkrete Entscheidungen jedoch nicht ersetzen. „Deshalb könne es christliche Politiker geben, aber keine christliche Politik“, schreibt die CDU-Politikerin. Diese Einsicht binde nicht nur christliche Politiker, sondern auch religiöse Würdenträger mit ihren Ansprüchen und Erwartungen an Politik.

Darüber hinaus hält Kramp-Karrenbauer die christliche Botschaft stets für eine Botschaft des „Dafür“, und nie eine des „Dagegen“. In der Geschichte der CDU sei das „C“ von Beginn an ein Integrationsmerkmal gewesen – „eine ökumenische Antwort auf die Schrecken der Nationalsozialisten“. Heute müsse dieser einladende Charakter weit über rein christlich-konfessionelle Milieus sichtbar werden, so die CDU-Vorsitzende.

"C" von Anfang an Integrationsmerkmal

Dabei beziehe sich die Einladung auf alle, die das spezifische Menschenbild im Zusammenspiel von Freiheit und Verantwortung teilten. „Dieses Menschenbild kann man für sich aus dem christlichen Glauben begründen; man muss es aber nicht“, schreibt Kramp-Karrenbauer. Darin sieht sie keine Schwäche, sondern vielmehr die Stärke dieses Menschenbildes. „Wer die christliche Botschaft in der Politik als Ausgrenzungsinstrument gegen andere Meinungen in Stellung bringt, der missachtet und missbraucht die integrative Kraft der christlichen Botschaft.“ Dies gelte für Politiker genauso wie für kirchliche Würdenträger.

DT/mlu

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