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Klöckner: „Die Würde des Menschen gründet in Gott“

Die Bundestagspräsidentin hebt die Unantastbarkeit der Menschenwürde hervor. Auch zu Papst Benedikt XVI. findet sie lobende Worte.
Julia Klöckner
Foto: Imago/Political-Moments | Bundestagspräsidentin Julia Klöckner im Deutschen Bundestag. Am Montag hält sie die Magdeburger Domlesung - und zitiert Papst Benedikt XIV.

Die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat bei der Magdeburger Domlesung am Montagabend die christlichen Grundlagen des Menschenbildes betont und dabei ausdrücklich positiv auf Papst Benedikt XVI. Bezug genommen. Dies geht aus einem vorab verbreiteten Manuskript hervor.

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In ihrer Rede verband sie politische Verantwortung mit theologischen Überzeugungen und unterstrich die bleibende Bedeutung biblischer Aussagen für Staat und Gesellschaft.

Nicht das Werk des Staates

Klöckner erklärte, die Würde des Menschen sei „nicht das Werk des Staates“, sondern gründe in Gott selbst. Sie verwies dazu auf zentrale Bibelstellen, insbesondere aus dem Buch Genesis: „Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn“ (Gen 1,27). Auch neutestamentliche Bezüge führte sie an, etwa den Kolosserbrief und den Jakobusbrief, die die Gottesebenbildlichkeit des Menschen bekräftigten.

Die Bundestagspräsidentin hob hervor, dass sich aus der biblischen Lehre eine unverfügbare Würde jedes Menschen ergebe, die unabhängig von Leistung oder Herkunft sei. Wörtlich zitierte sie zudem aus dem ersten Johannesbrief: „Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Diese Aussagen seien Grundlage sowohl des christlichen Glaubens als auch eines freiheitlichen Verfassungsstaates.

Erinnerung an Bundestagsrede von Benedikt XIV.

Zudem erinnerte Klöckner an die Bundestagsrede von Papst Benedikt XVI. aus dem Jahr 2011 und griff dessen zentrale Gedanken auf. Benedikt habe „daran erinnert, dass Recht nicht einfach das ist, was durchgesetzt werden kann, und dass Politik mehr braucht als bloße Mehrheiten.“ Ein Rechtsstaat lebe nicht nur von Verfahren, sondern auch von einer moralischen Sensibilität für das Gerechte, so Klöckner in positiver Würdigung des 2022 verstorbenen Papstes.

Darüber hinaus zitierte sie ausführlich aus dem Matthäusevangelium (Mt 28,5–8) und hob die Rolle der Frauen als erste Zeuginnen der Auferstehung hervor. In diesem Zusammenhang verwies sie auch auf eine Deutung Benedikts XVI., der die besondere Bedeutung der Frauen im Leben der Kirche betont habe.

Die Magdeburger Domlesung wurde vom Verein „Verantwortung und Werte“ in Zusammenarbeit mit der Domgemeinde organisiert. Dabei las Klöckner im Hauptschiff des Doms ausgewählte Bibeltexte und kommentierte diese vor dem Publikum.

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Zum Abschluss ihrer Rede verband Klöckner die theologischen Überlegungen mit konkreten gesellschaftlichen Herausforderungen und rief dazu auf, die Würde des Menschen in Politik, Kirche und Alltag zu achten. Die Rede endete mit einem bewusst gesetzten Schlusswort: „Amen“. DT/jna

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