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Kauder will Abschiebestopp für konvertierte Ex-Muslime

Christen dürften nicht in Länder wie den Iran abgeschoben werden, wo sie bedroht und verfolgt würden, so der CDU-Politiker Volker Kauder. Damit widerspricht er den Plänen von Innenminister Seehofer, der eine Gruppe christlich getaufter ehemaliger Muslime abschieben will.
Kauder will Abschiebung von Konvertiten verhindern
Foto: Julian Stratenschulte (dpa) | „In mehreren Gesprächen mit dem Bundesinnenministerium konnten wir aber eine temporäre Aussetzung von Abschiebungen nicht erreichen", beklagt Volker Kauder.

Der ehemalige Unionsfraktions-Vorsitzende im Bundestag, Volker Kauder, will verhindern, dass zum Christentum konvertierte Muslime in ihre Heimatländer abgeschoben werden. „Wir wollen erreichen, dass ähnlich wie etwa im Hinblick auf Afghanistan und Syrien die Bewertung der Lage vor Ort korrigiert wird und konvertierte Christen bis auf Weiteres nicht mehr in den Iran zurückgeschickt werden“, erklärte der CDU-Politiker gegenüber der Bild-Zeitung.

Seehofer will 30 Konvertiten in den Iran abschieben

Der 69-jährige Kauder setzt sich seit Jahrzehnten für Religionsfreiheit sowie für verfolgte Christen ein. Konkret geht es laut Kauder aktuell um eine Gruppe von 30 ehemaligen Muslimen, die die christliche Taufe empfangen haben. Sie stammen vorwiegend aus dem Iran, aber auch aus dem Irak, Syrien und Afghanistan.

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CSU-Innenminister Horst Seehofer wolle die Gruppe unter anderem in den Iran abschieben, wie die Bild-Zeitung berichtet. Dagegen will Kauder nun vorgehen und die Abschiebungen verhindern: „Ich werde in dieser für viele Christen existenziellen Frage nicht lockerlassen und nach der Sommerpause den Bundesinnenminister Horst Seehofer bitten, sich dafür einzusetzen.“

Kauder: Christliche Konvertiten im Iran besonders gefährdet

Darüber hinaus betont Kauder, dass Christen die weltweit am meisten verfolgte Religionsgruppe seien. „Wir dürfen keine Christen in Länder abschieben, die dort bedroht und verfolgt werden.“ Nicht-Regierungsorganisationen wie Open Doors, aber auch westliche Regierungen wie die USA und das Vereinigte Königreich, berichteten übereinstimmend, dass christliche Konvertiten im Iran besonders gefährdet seien, so Kauder, „und zwar nicht nur durch ihr soziales oder familiäres Umfeld. Vielmehr tritt der Staat im Iran selbst als Verfolger in Erscheinung“. Im Iran gibt es keine Religionsfreiheit.

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Die bisherigen Gespräche mit dem Bundesinnenministerium bezeichnete Kauder als „nicht befriedigend“. Deshalb wolle er zusammen mit den Kirchen, Open Doors und der Evangelischen Allianz erreichen, dass konvertierte Christen nicht in den Iran zurückgeschickt werden dürften. „In mehreren Gesprächen mit dem Bundesinnenministerium konnten wir aber eine temporäre Aussetzung von Abschiebungen nicht erreichen.“ Seehofer habe den Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland zwar zugesichert, die Situation von zum Christentum konvertierten Iranern intensiv im Blick zu halten. Das sei aber noch kein Ergebnis.

"In mehreren Gesprächen mit dem
Bundesinnenministerium konnten wir
eine temporäre Aussetzung
von Abschiebungen nicht erreichen"
CDU-Politiker Volker Kauder

Die oft geäußerte Befürchtung, Muslime würden in Deutschland zum Christentum konvertieren, um so ihre Abschiebung zu verhindern, hält Kauder für unbegründet. Angesichts der Tragweite einer Konversion sei nicht zu erwarten, dass bei einem Abschiebestopp in den Iran massenhaft Muslime konvertieren, um ihre Bleibeperspektiven zu verbessern.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost

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Maximilian Lutz Christen Deutscher Bundestag Horst Seehofer Konvertiten Open Doors Volker Kauder

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