Russland-Kontakte

Jeder vierte Deutsche: SPD soll nicht länger regieren

Wegen der Russland-Verstrickungen einiger ihrer Politiker wollen 25 Prozent der Deutschen, dass die SPD nicht länger regiert. Eine relative Mehrheit steht aber noch hinter der Partei, wie eine Tagespost-Umfrage zeigt.
Ostsee-Erdgasleitung Nord Stream 2 - Manuela Schwesig
Foto: Jens Büttner (dpa-Zentralbild) | Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, im Jahr 2020 beim Besuch am Industriehafen die Gas-Anlandestation der Ostseepipeline Nord Stream 2.

Jeder vierte Deutsche (25 Prozent) ist der Meinung, dass die SPD wegen der Verstrickung einiger ihrer Politiker mit Russland bzw. Wladimir Putin nicht länger Regierungspartei sein sollte. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Eine relative Mehrheit von 42 Prozent der Befragten stimmen dieser Ansicht nicht zu. 23 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen; elf Prozent wollen dazu keine Angabe machen.

27 Prozent der Katholiken wollen SPD nicht regieren sehen

Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Die SPD sollte wegen der Verstrickung einiger ihrer Politiker mit Russland bzw. Wladimir Putin nicht länger Regierungspartei sein.“ Betrachtet man die Aussage anhand der einzelnen Altersgruppen der Befragten, so besteht der größte Unterschied zwischen der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen, die zu 19 Prozent meinen, die SPD sollte nicht länger Regierungspartei seien, und den 30- bis 39-Jährigen: Von ihnen sind 29 Prozent dieser Ansicht. In den übrigen Altersgruppen beträgt der Anteil derer, die die SPD nicht mehr als Regierungspartei sehen wollen, zwischen 23 und 25 Prozent.

Lesen Sie auch:

Sämtliche Religions- bzw. Konfessionsgruppen geben jeweils relativ-mehrheitlich an, dass sie der Aussage nicht zustimmen. Von den katholischen Befragten sind 27 Prozent der Meinung, die SPD sollte wegen ihrer Russland-Verstrickungen nicht länger regieren, 41 Prozent sind gegenteiliger Ansicht und 22 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen. Von den Protestanten meinen nur 21 Prozent, die SPD sollte nicht länger Regierungspartei sein. 47 Prozent sind gegenteiliger Ansicht, 25 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen. Am kritischsten behandeln freikirchliche Befragte die SPD: Von ihnen sind 30 Prozent der Meinung, die Partei sollte nicht länger Teil der Regierung sein. Gleichzeitig sind aber auch 41 Prozent der Freikirchlicher gegenteiliger Ansicht, während 22 Prozent von ihnen nicht wissen, wie sie zu der Frage stehen.

Die Erhebung, für die 2.056 erwachsene Personen vom 22. bis 25. April befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Partei-Affinität auf. Mit 40 Prozent geben am häufigsten Wähler der Union an, dass die SPD wegen der Verstrickung einiger ihrer Politiker mit Russland bzw. Wladimir Putin nicht länger Regierungspartei sein sollte. Darauf folgen Anhänger der AfD mit 35 Prozent. Aber auch die Anhänger der Regierungspartei FDP sind zu 29 Prozent der Meinung, dass die SPD nicht länger regieren sollte, während Wähler der Grünen dies nur zu 19 Prozent so sehen. Anhänger der SPD selbst wollen nur zu 13 Prozent, dass ihre Partei nicht länger der Regierung angehört. Von allen drei Oppositionsparteien wollen am seltensten die Wähler der Linken (15 Prozent), dass die SPD nicht länger der Regierung angehört.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Alternative für Deutschland FDP Russlands Krieg gegen die Ukraine SPD Wladimir Wladimirowitsch Putin

Weitere Artikel

Kirche

Der Ton bei Kirchens wird rüder. Nun verschärft das Internetportal katholisch.de seine Netiquette und stellt Kriterien auf, über die man streiten kann.
03.12.2022, 11 Uhr
Regina Einig
Die Gruppe, die zum kontinentalen europäischen Vorbereitungstreffen der Weltsynode nach Prag fahren soll, repräsentiert die deutschen Katholiken in keiner Weise.
02.12.2022, 11 Uhr
Dorothea Schmidt
Nach russischer Empörung wurden die Internetseiten des Heiligen Stuhls attackiert. Auffällige Parallelen zum Hacker-Angriff auf das Europäische Parlament.
01.12.2022, 12 Uhr
Meldung
Der heilige Bernardo ist der Schutzpatron von Parma und wird von den Vallombrosianern nach dem heiligen Benedikt von Nursia und dem heiligen Giovanni Gualberti als ihr dritter Gründervater ...
03.12.2022, 21 Uhr
Claudia Kock
Deutsche Stimmen zum römischen Einspruch: Wie soll es weitergehen nach den Referaten der Kardinäle Luis Ladaria und Marc Ouellet?
01.12.2022, 13 Uhr
Redaktion