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Hunger als Waffe

Putins Krieg wird immer schmutziger – mit globalen Auswirkungen.
Russland setzt Hunger als Waffe ein
Foto: IMAGO/Maksim Blinov (www.imago-images.de) | Nach den Worten von EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski vernichtet Russland absichtlich die Produktion von Lebensmitteln in der Ukraine. Ziel sei es, Menschen in den Hunger zu treiben.

Russlands Diktator Wladimir Putin ist im Rahmen seines völkerrechtswidrigen Krieges gegen die Ukraine anscheinend jedes Mittel (sprich: jedes Kriegsverbrechen) recht, um dieser seinen Willen aufzuzwingen. So vernichte Russland nach den Worten von EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski absichtlich die Produktion von Lebensmitteln in der Ukraine. Ziel sei es, Menschen in den Hunger zu treiben, sagte der polnische Politiker am Montagabend in Brüssel. "Das ist Teil der imperialen Politik Russlands - offensichtlich eine Methode zur Eroberung. Man nutzt eben auch ganz bewusst dieses Mittel des Hungers."

„Ukrainische Kornkammer“ ist ärmeren Ländern verschlossen

Die Ukraine ist einer der weltweit größten Produzenten von Getreide. Davon werden auch erhebliche Bestände exportiert, beispielsweise in asiatische, arabische und afrikanische Staaten – zum Teil mit Unterstützung der Vereinten Nationen. Der "russische Aggressor" vernichte jedoch Produktionsmöglichkeiten und auch Lagerbestände mit voller Absicht, so Wojciechowski. Deren Folgen bleiben nicht nur auf die Ukraine beschränkt.

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Hierzulande sei zwar die Nahrungsmittelversorgung nicht in Gefahr, sind sich Experten und Politik einig. Doch aufgrund dramatisch ansteigender Getreidepreise von bis zu 80 Prozent fürchten beispielsweise viele Menschen in Afrika, ihre Familien bald nicht mehr ernähren zu können. Darüber hinaus droht die Gefahr einer weltweiten Hungerkrise. Das Bischöfliche Hilfswerk Misereor und die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderten deshalb in einem gemeinsamen Positionspapier, dass Deutschland und die anderen G7-Staaten sich für eine internationale Koordination im Welternährungsrat einsetzen, um die sich verschärfende Hungerkrise zu bewältigen.

Putin gefällt sich als Herr über Leben und Tod

Wie schon in Tschetschenien und Syrien ist Putin, um die eigene Bedeutsamkeit sowie des von ihm herbeifantasierten russischen Weltreiches zu unterstreichen, bereit, nicht nur im übertragenen Sinne über Leichen zu gehen. Im Falle des Ukrainekrieges handelt es sich jedoch bei Putins Opfern nicht um Personen in fernen Ländern, die gewissermaßen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und im Verborgenen von unbarmherziger russischer Soldateska um ihr Leben gebracht werden, sondern sowohl um europäische Staatsbürger als auch auf globaler Ebene um die Ärmsten der Armen, die – dieses Mal übrigens vollkommen sichtbar - als Kollateralschäden auf dem Altar des putinschen Rausches der Allmacht geopfert werden.

Warum Putin diese politisch und ökonomisch ruinöse Politik betreibt, die Russland auf sehr lange Zeit aus der Staatengemeinschaft auszuschließen droht und er scheinbar beinahe schon darum bettelt, zum weltpolitischen Paria zu avancieren, kann wohl nur noch therapeutisch gedeutet werden.

Anscheinend gefällt sich der Diktator nur allzu sehr in seiner Rolle als eine Art russischer Shiva, als Weltenzerstörer: Denn es scheint seinem überbordenden Ego überaus zu schmeicheln, sich als Herr über Leben und Tod zu wähnen, der scheinbar ungehindert nach Lust und Laune wie per Knopfdruck global nachwirkende „Handlungen mit Todesfolge“ auslösen kann. Jahrzehntelang konnte Putin seinen „nekrophilen Charakter“ (Erich Fromm) einigermaßen im Zaum halten – doch nun ist dieser vor aller Augen sichtbar in Erscheinung getreten. Mit Folgen, die beabsichtigterweise weit über die Ukraine hinausreichen.

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