Marsch für das Leben

Hüppe: Recht auf Leben wichtigstes Grundrecht

CDU-Bundestagsabgeordneter warnt vor ärztlich assistiertem Suizid, pränataler Selektion und Leihmutterschaft
Mehrere Hundert Abtreibungsgegner haben am Samstag in Berlin
Foto: IMAGO/Christian Ditsch (www.imago-images.de) | Mehrere Hundert Abtreibungsgegner haben am Samstag im Zentrum Berlins für einen unbedingten Lebensschutz demonstriert.

Knapp 4.000 Teilnehmer haben nach Angaben des Bundesverbands Lebensrecht (BVL) am Samstag in Berlin beim 18. „Marsch für das Leben“ gegen Abtreibung und Euthanasie protestiert. Die Polizei sprach von 3.500 Teilnehmern.

Bei der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor begrüßte die BVL-Vorsitzende Alexandra Linder den Berliner Erzbischof Heiner Koch, Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer sowie Rottenburg-Stuttgarts Weihbischof Thomas Maria Renz und den Vikarbischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Emmanuel Sfiatkos unter den Teilnehmern.

Suizid als therapeutisches Angebot

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe erinnerte in seiner Rede daran, dass „das Recht auf Leben“ das „wichtigste Grundrecht“ sei. Hüppe: „Wenn man das nicht hat, ist man nicht mehr.“ Der CDU-Gesundheitspolitiker erklärte: „Für mich ist Lebensschützer kein Schimpfwort, sondern ich bin stolz darauf, Lebensschützer zu sein. Weil das ist das Gute und nicht das Schlechte.“

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Wer für das Recht auf Leben eintrete, trete für die Schwächsten ein. „Für die Ungeborenen, für die alten, schwachen Menschen und für Menschen mit Behinderungen.“ Mit Blick auf die bevorstehende gesetzliche Neuregelung des assistierten Suizids durch den Deutschen Bundestag sagte Hüppe: „Wenn wir ein Gesetz haben, dass dies auch Ärzte erlaubt, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn dies demnächst dann auch als therapeutisches Angebot aufkommt und Menschen unter Druck geraten, Gesellschaft und ihre Verwandten“ zu entlasten.

Pränatale Selektion und Leihmutterschaft

Der CDU-Abgeordnete kritisierte auch die vorgeburtliche Selektion von Menschen mit Behinderungen und die von der Ampelkoalition erwogenen Legalisierung der Leihmutterschaft. „Wir sind solidarisch mit den Menschen mit Behinderungen und wir schützen sie und wir wollen keinen Staat, der viel Geld dafür ausgibt, herauszufinden, welche Menschen behindert sind, um sie dann zu töten.“ 

Leihmutterschaft bedeute, dass man „Frauen zu Gebärmaschinen machen will“, so Hüppe weiter. Es gebe keine schlimmere Ausbeutung als die von Frauen, die für Geld die Kinder anderer austragen sollen.  DT/reh

Lesen Sie weitere Berichte und Hintergründe zum Marsch für das Leben in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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