Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Pakistan

Gefahr der Entführung nimmt für christliche Mädchen immer mehr zu

Ein pakistanischer Geistlicher appelliert an den Westen, die Menschenrechtslage in Pakistan immer wieder anzusprechen und eine bessere Gesetzespraxis anzumahnen.
Christen in Pakistan demonstrieren gegen religiöse Gewalt
Foto: Kirche in Not | Christen in Pakistan demonstrieren gegen religiöse Gewalt.

Entführungen und Zwangskonversionen von jungen Frauen aus christlichen und hinduistischen Minderheiten nehmen in Pakistan immer mehr zu. Dies berichtet das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) und zitiert den Leiter der Katholischen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan, P. Emmanuel Yousaf, der bestätigt, dass es zwar Gesetze gegen Kinderehen und Zwangsverheiratung gebe, sie aber nicht umgesetzt würden.

Um die Frauen aus den Händen radikal-muslimischer Entführer befreien zu können, benötige es zeitaufwendige und teure Gerichtsprozesse. Dies sei nicht so einfach. Laut Yousaf hätten sogar die Richter und Anwälte Angst, sich mit diesen Fällen zu befassen.

Radikale Muslime sind einflussreiche Minderheit

Die radikalen Muslime stellten nur eine kleine, doch einflussreiche Minderheit in Pakistan dar. Yousaf appelliert an die westliche Öffentlichkeit, die Menschenrechtslage in Pakistan immer wieder anzusprechen und eine bessere Gesetzespraxis anzumahnen. Dies solle auch für die Blasphemiegesetze gelten, die jede Verunglimpfung des Islam und des Propheten Mohammed unter Strafe stellen. Oft würden diese Gesetze missbraucht werden, „um persönliche Rechnungen zu begleichen“.

Lesen Sie auch:

Yousaf erklärt, dass oft davon ausgegangen werde, dass Christen in Pakistan, die weniger als zwei Prozent der pakistanischen Bevölkerung ausmachen, in kürzester Zeit ein Visum für Auslandsreisen bekommen könnten. Doch das stimme nicht. Umso wichtiger sei die Unterstützung durch Organisationen wie „Kirche in Not“, die seit Jahren eng mit Emmanuel Yousaf und der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden zusammenarbeitet. So könne die Kommission für Familien, deren Mädchen entführt wurden, die Gerichtskosten übernehmen oder Aufklärungsarbeit über Menschenrechtsverletzungen betreiben.

Laut einem Bericht, der dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen 2022 vorgelegt wurde, sind für 2021 mindestens 78 Fälle belegt, bei denen junge Frauen in Pakistan entführt, zur Konversion zum Islam gezwungen und zwangsverheiratet wurden. 

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Christen Kirche in Not Muslime Prophet Mohammed Päpste UNO

Weitere Artikel

In „tiefer Sorge“ äußern sich Papst Leo XIV. und der DBK-Vorsitzende Heiner Wilmer zum Krieg zwischen Iran, Israel und USA. Open Doors sieht die iranischen Christen bedroht.
01.03.2026, 14 Uhr
Meldung
Achtung, Triggerwarnung. Über die Wiener Ausstellung „Du sollst dir ein Bild machen“.
13.12.2025, 06 Uhr
Gudrun Trausmuth
Archäologische Funde am Arabischen Golf zeigen, dass christliche Gemeinden nicht sofort nach der Geburt des Islams verschwanden.
08.03.2026, 16 Uhr
Bodo Bost

Kirche

Wohl auch eine ganz konkrete Anspielung: Papst Leo predigt am Palmsonntag über Gott, der den Krieg ablehnt. Eine Änderung der katholischen Lehre ist damit nicht verbunden.
31.03.2026, 15 Uhr
Maximilian Welticke
Die dazugewonnene Zeit bietet mehr für Freizeit, Familie, Freunde und Engagement – aber vor allem auch für Gott. Ein Erfahrungsbericht.
01.04.2026, 07 Uhr
Jonathan Prorok