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Frankreich: Lebensschützer gehen auf die Barrikaden

Abtreibung soll in Frankreich bald bis zur 14. Schwangerschaftswoche möglich sein, was auch ein erhöhtes Risiko für die betroffene Frau bedeutet. Die Mehrheit der Ärzte ist dagegen.
Frankreichs Innenminister Castaner
Foto: Julien Mattia (Le Pictorium Agency via ZUMA) | Christophe Castaner, Innenminister von Frankreich, will die gesetzliche Abtreibungsfrist von 12 auf 14 Wochen verlängern.

Am 29. und 30. November debattiert die französische Nationalversammlung über einen Gesetzesvorschlag zur Verlängerung der gesetzlichen Abtreibungsfrist von 12 auf 14 Wochen, sowie zur Abschaffung der Gewissensklausel für Ärzte. Nachdem derselbe Text Ende 2020 vom Senat abgelehnt wurde, bringt Christophe Castaner, ehemaliger Innenminister und jetziger Fraktionschef von Präsident Emmanuel Macrons Partei „La République en Marche“ (LREM), den Text in zweiter Lesung wieder auf die Tagesordnung. 

72 Prozent der Abtreibungsärzte gegen verlängerte Frist

Die französische Vereinigung der Gynäkologen und Geburtshelfer hat auf die Gefahren für die Frau hingewiesen, die mit einer späteren Abtreibung einhergingen. Eine Umfrage der Vereinigung hat außerdem ergeben, dass 72 Prozent der Abtreibungen praktizierenden Ärzte gegen eine Verlängerung der Frist sind. Bereits im Dezember 2020 hatte sich das nationale Ethik-Komitee für eine Beibehaltung der Gewissensklausel ausgesprochen. Emmanuel Sapin, Chefarzt für Säuglings- und Kinderchirurgie der Universitätsklinik in Dijon, hat eine Petition zur Verteidigung der Gewissensklausel für Ärzte und Pflegepersonal gestartet.

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Die Organisatoren des jährlichen „Marschs für das Leben“ in Paris halten der Argumentation des Textes entgegen, dass 2020 in Frankreich 222.000 Kinder abgetrieben worden seien, was eine von vier Schwangerschaften betreffe. Auch die Katholischen Familienverbände, die Lebensschutzorganisation „Choisir la vie“ und der Bioethik-Thinktank „Alliance Vita“ melden sich zu Wort.  DT/fha

Wie das französische Prolife-Milieu gegen den Gesetzesvorschlag mobil macht, lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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