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EU kürt neuen Beauftragten für Religionsfreiheit

Der belgische Diplomat Frans van Daele wacht für Brüssel fortan über die Religions- und Weltanschauungsfreiheit weltweit.
Frans van Daele  wurde zum EU- Beauftragten für Religionsfreiheit ernannt.
Foto: olivier polet (imago stock&people) | Frans van Daele wurde zum EU- Beauftragten für Religionsfreiheit ernannt.

Der belgische Karrierediplomat Frans van Daele ist ab sofort neuer EU-Sonderbeauftragter für die Religions- und Weltanschauungsfreiheit in aller Welt. Das teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Der 75-jährige Diplomat, Verwaltungsbeamte und ehemalige Stabschef des belgischen Königs Philippe (2013-2017) folgt in dieser Funktion auf den Zyprioten Christos Stylianides, der das Amt nach vier Monaten im September 2021 aufgab, um Minister in Griechenland zu werden.

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Botschafter in Rom und Washington

Die EU-Kommission sieht die Aufgabe ihres Sonderbeauftragten darin, „sicherzustellen, dass die Rechte aller Glaubensrichtungen und Weltanschauungen geachtet werden“. Er müsse interkulturelle und interreligiöse Dialogprozesse unterstützen und „Maßnahmen zur gezielten Deradikalisierung und Prävention von Extremismus aufgrund der Religion oder Weltanschauung in Drittländern einführen“.

In den Niederlanden geboren, studierte Franziskus Romanus van Daele an der Katholischen Universität Löwen (Louvain) Romanistik und Kunstwissenschaften, bevor er in den diplomatischen Dienst eintrat. Er war in seiner Karriere unter anderem Belgiens Botschafter in Rom, bei den Vereinten Nationen in New York und in Washington. Die EU-Kommission würdigte seine „langjährige herausragende Erfahrung im diplomatischen Bereich sowie sein Engagement für den Schutz der Menschenrechte und religiösen Überzeugungen“.

Ein noch junges Amt

Das Amt eines EU-Sonderbeauftragten zur Förderung der Religions- und Glaubensfreiheit außerhalb der Europäischen Union war 2016 von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker geschaffen worden. Der slowakische Katholik und Christdemokrat Jan Figel prägte das Amt, geriet aber wegen seiner klaren Parteinahme für verfolgte Christen immer wieder ins Fadenkreuz linker und linksliberaler Kritik. DT/sba

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