Abuja

Erneute Gewalt gegen Christen im Norden Nigerias

Ermordung einer jungen Frau durch mehrere Männer. Die Studentin wurde mit Steinen und Stöcken geschlagen. Ein Video zeigt die Ermordung und Verbrennung.
Kreuz Symbolbild - Erneut gab es Gewalt gegen Christen in Nigeria
Foto: Patrick Seeger (dpa) | Symbolbild - Erneut gab es Gewalt gegen Christen in Nigeria. Eine Studentin wurde erschlagen und verbrannt.

Bis heute sind die Menschen im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias einem hohen Risiko ausgesetzt, ermordet oder entführt zu werden. Ein aktueller Fall aus dem nordwestlichen Bundesstaat Sokoto erscheint besonders grausam. Dort hat eine Gruppe junger Muslime und Musliminnen eine christliche Studentin grausam getötet und ihre Leiche verbrannt. Die Polizei in Sokoto im Nordwesten Nigerias teilte mit, der Vorfall habe sich am Donnerstagmorgen an der Shehu Shagari Hochschule für Bildung in Sokoto ereignet. Nach Aussagen der Hochschule sei die Studentin beschuldigt worden, in einem Beitrag in den sozialen Medien den Propheten Mohammed kritisiert zu haben.

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Mutmaßliche Täter verhaftet

Die Polizei verhaftete zwei Studenten wegen Beteiligung an der Tat. Die Schule im Bundesstaat Sokoto sei bis auf weiteres geschlossen, wie die Polizei bestätigte. Videos im Internet zeigen nach Angaben von Agenturen, wie die Studentin mit Steinen und Stöcken geschlagen wurde. Unter anderem sei zu sehen gewesen, wie die tote Studentin in einem rosafarbenen Kleid mit dem Gesicht nach unten zwischen dutzenden Steinen lag. Ihr Körper sei später von einer Gruppe Studenten in Brand gesetzt worden. 

Zugleich wurde bekannt, dass der am 8. Mai im Norden Nigerias entführte Pater Joseph Aketeh Bako tot ist. Sein Bistum Kaduna bestätigte jetzt, dass der Pfarrer schon in der zweiten Aprilhälfte in Geiselhaft ums Leben gekommen sei. Laut der Internetseite The Guardian sei der 48-jährige Joseph Aketeh Bako  „von den Terroristen getötet worden“. Bewaffnete hatten ihn bei einem Überfall auf sein Dorf verschleppt, womöglich um Lösegeld zu erpressen.an den Folgen der Entführung gestorben ist. Der 48-jährige Pater Bako war nach einem Angriff auf die katholische Pfarrei St. John's in der Erzdiözese Kaduna, wo er als Pfarrer wirkte, von Banditen entführt worden.

Priester gefoltert

In einer Erklärung vom Mittwoch, dem 11. Mai, die ACI Africa, der afrikanischen Partneragentur von CNA Deutsch, übermittelt wurde, hieß es, dass Pater Bako etwa einen Monat nach seiner Entführung gestorben sei. Vor Kurzem hatte es widersprüchliche Berichte zum Schicksal von Pater Bako gegeben, wobei einige Quellen berichteten, dass der kranke Priester in der Gefangenschaft zu Tode gefoltert worden sein soll.

Das Verbrechen der erpresserischen Entführung ist inzwischen nicht nur im Norden Nigerias verbreitet, wie ein Entführungsfall im südlichen Bundesstaat Akwa Ibom zeigt. Nach Angaben von Fides wurde dort am Sonntag, 8. Mai,  der Gemeindepfarrer der Kirche „St. Pius X.“, Alphonsus Uboh, entführt. Zeugenaussagen zufolge stürmten bewaffnete Männer auf Motorrädern  gegen 7 Uhr morgens nach Abschluss eines von der Katholischen Frauenorganisation (CWO) organisierten Gottesdienstes zum Muttertag mit Spendenaktion das Gelände der Pfarrei. Die Angreifer sollen zunächst in die Luft geschossen haben, bevor sie den Priester als Geisel nahmen. Seine Entführer sollen ein Lösegeld  für seine Freilassung gefordert haben. DT/chp

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