Karlsruhe

Erfolg ist nicht alles

Der Kongress christlicher Führungskräfte in Karlsruhe hilft christlichen Unternehmern und Managern, ihre Arbeit durch ihren Glauben zu prägen.

Er ist der größte seiner Art in Europa: Der Kongress christlicher Führungskräfte. Das unterstreichen auch die Teilnehmerzahlen: Rund 3 100 Besucher sind nach Karlsruhe gekommen, um drei Tage lang Vorträge zu hören, Seminare zu besuchen, vor allem aber andere Menschen zu treffen, die sie darin bestärken, in ihrem Arbeitsumfeld als Christen Akzente zu setzen. Das kann zum Beispiel bedeuten, sich quer zu gängigen Karrieremustern zu verhalten.

Christen sollen danach streben, ihre von Gott gegebenen Talente zu nutzen

Das machte Manfred Lütz in seinem Abendvortrag am Freitag deutlich. Der Psychotherapeut, Vatikan-Berater und Bestseller-Autor sprach zu dem Thema "Wie sie unvermeidlich glücklich werden". Der Titel war freilich ironisch gemeint, denn Lütz wollte seinen Zuhöreren natürlich gerade nicht eine Anleitung zum vermeintlichen Glück geben, nach Machart der zahllosen Ratgeber auf dem Buchmarkt. Lütz setzte diesem falschen Glücksstreben vielmehr den christlichen Ansatz gegenüber.

Wie der aussieht, verdeutlichte er etwa am Beispiel Erfolg: Christen sollten danach streben, die Fähigkeiten, die sie von Gott bekommen haben, umzusetzen, ihren Talenten zu folgen. Ob dieses Handeln dann aber tatsächlich zu Erfolg führe, sei letztlich von vielen zufälligen Faktoren abhängig. Sein historisches Beispiel: Vincent van Gogh. Der Maler sei zu Lebzeiten vollkommen erfolglos gewesen und habe keine Bilder verkauft. Trotzdem habe er sein künstlerisches Talent umgesetzt und habe doch sicherlich ein gutes Künstlerleben geführt. Ein Ansatz, der den rund 3 000 Zuhöreren gefallen hat. Lütz bekam viel Applaus für seine Thesen.

Heute Auftritte von Volker Kauder und Thomas Middelhoff

Heute werden unter anderem der ehemalige CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder und der ehemalige Bertelsmann-Manager Thomas Middelhoff, der nach einer schwerern beruflichen Krise im Glauben Halt gefunden hat, beim Kongress sprechen. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Tagespost.

DT/sesa

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