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Theologe Weigel: Biden sollte sich nicht zur Kommunion präsentieren

Politiker, die die Lehre der Kirche zu Abtreibung nicht teilten, sollten von sich aus auf den Kommunionempfang verzichten, meint der konservative US-Theologe.
US-Präsident Biden lehnt Abtreibungen eigener Aussage zufolge als Privatperson ab.
Foto: Susan Walsh (AP) | Der demokratische US-Präsident Joe Biden, ein praktizierender Katholik, lehnt Abtreibungen eigener Aussage zufolge als Privatperson ab. Als Politiker setzt er sich jedoch für einen freien Zugang zu Abtreibungen ein.

Geht es nach dem konservativen katholischen US-Theologen George Weigel, so sollten der amerikanische Präsident Joe Biden und die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, darauf verzichten, zum Kommunionempfang vorzutreten. Weigel begründet dies mit der Haltung der demokratischen Politiker in der Abtreibungsfrage.

In unvollkommener Gemeinschaft mit der Kirche

In einem Essay für das US-Magazin „First Things“ schreibt der 70-Jährige Publizist und Papst-Biograf, zwar wisse er nicht, ob Biden, Pelosi und andere katholische Amtsträger, die Abtreibung aktiv befürworteten, sich in „einem Zustand tödlicher Sünde“ befinden würden. „Was ich weiß – da Präsident Biden, Sprecherin Pelosi und diejenigen katholischen Amtsträger, die aktiv für freien Zugang zu Abtreibung eintreten, es mir mit ihrer Taten sagen – ist, dass diese Männer und Frauen objektiv in unvollkommener Gemeinschaft mit der Kirche stehen. Diese Entfremdung sei von solcher Schwere, dass sie sich nicht zur Kommunion präsentieren sollten.

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Die Eucharistie zu empfangen, so Weigel weiter, sei mehr als ein Zeichen von persönlicher Frömmigkeit. „Es ist Ausdruck davon, dass man sich in voller Gemeinschaft mit der Kirche befindet.“ Es sei eine „pastorale Pflicht“, so Weigel, dies deutlich zu machen. Wenn möglich mit Weisungen, wenn nötig mit Disziplinarmaßnahmen. Der konservative Theologe zitierte auch Papst Franziskus, der in diesem Zusammenhang nicht von einer „Strafe“ gesprochen habe. Auch würde die Eucharistie nicht als „Waffe“ verwendet. Vielmehr bedeuteten Disziplinarmaßnahmen, „die Entfremdeten zu einer tieferen Hinwendung zu Christus aufzurufen“.

Weigel weist in seinem Essay zudem darauf hin, dass er auch die Bischöfe in der Pflicht sieht. Wie es Papst Franziskus formuliert habe, sei es die Aufgabe von Bischöfen, objektiv von zentralen Glaubenslehren entfremdeten Katholiken zu helfen, ihre wahre Situation zu verstehen: „dass sie sie sich nicht in voller Gemeinschaft mit der Kirche befinden und sich in der heiligen Messe nicht so verhalten sollten, als wären sie es“. 

Weigel sieht auch Pfarrer in der Pflicht

Ein verantwortungsbewusster Pfarrer habe die Pflicht, Personen anzuweisen, nicht zum Kommunionempfang vorzutreten, wenn sie nach angemessenen Hinweisen durch ihr öffentliches Handeln weiterhin bestimmte Wahrheiten ablehnen würden, die einen Katholiken ausmachten.

In den USA wird seit längerem eine intensive Debatte geführt, ob katholische Politiker, die Abtreibungen befürworten, die Kommunion empfangen dürften. Im Fokus der Diskussion steht insbesondere der demokratische US-Präsident Joe Biden, ein praktizierender Katholik, der Abtreibungen eigener Aussage zufolge als Privatperson ablehnt. Als Politiker setzt er sich jedoch für einen freien Zugang zu Abtreibungen ein.  DT/mlu

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