Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Ermittlungen

Affäre Aiwanger: Ermittlungen gegen Ex-Lehrer

Es bestehe ein Anfangsverdacht der Verletzung von Dienst- und Privatgeheimnissen, so die Staatsanwaltschaft Regensburg.
Klassenraum
Foto: zhoujianwen via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Ermittlungen gegen einen früheren Lehrer von Hubert Aiwanger sollen nun klären, ob dieser eine Verletzung von Dienstgeheimnissen und Privatgeheimnissen begangen hat. Symbolbild: Schulklasse.

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat in der Flugblatt-Affäre um Bayerns Vize-Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger (Freie Wähler) Ermittlungen gegen einen Ex-Lehrer von Aiwangers Schule eingeleitet, der den bayerischen Wirtschaftsminister zuvor schwer belastet hatte. Hierüber berichtete zuerst der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf das bayrische Kultusministerium.

Schwere Vorwürfe gegen pensionierten Lehrer

Es bestehe ein Anfangsverdacht der Verletzung von Dienstgeheimnissen und Privatgeheimnissen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg am Donnerstag mit. Grundsätzlich werde überprüft, ob sich der Mann durch ein mögliches „unbefugtes Offenbaren“ strafbar gemacht hat. Eingeleitet worden seien die Ermittlungen nach diversen Anzeigen infolge der Berichterstattung im Zusammenhang mit der sogenannten „Flugblatt-Affäre“: Der Lehrer soll das Flugblatt Ende der 1980er-Jahre an sich genommen und Jahrzehnte später beschlossen haben, den Inhalt an die Medien weiterzugeben, um Aiwanger politisch zu schaden.

Lesen Sie auch:

Ende August hatte die „Süddeutsche Zeitung“ mitten im Bayerischen Landtagswahlkamp über ein Flugblatt aus Aiwangers Schulzeit berichtet, in dem der Holocaust verharmlost wurde und Witze über das Konzentrationslager Auschwitz gemacht wurden. Zunächst stand der Vorwurf im Raum, Aiwanger selbst habe das Flugblatt verfasst – später gab sich allerdings Aiwangers Bruder als Verfasser des hetzerischen Flugblatts zu erkennen. Bayern-Ministerpräsident Markus Söder (CSU) entschied sich im September, den Rücktrittsforderungen nicht zu folgen und Aiwanger im Amt zu lassen – und die Freien Wähler konnten am Wahlabend des 8. Oktobers Stimmengewinne verzeichnen. DT/sta

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung CSU Freie Wähler Holocaust Hubert Aiwanger Markus Söder

Weitere Artikel

Proteste und massive Einkommensverluste zeigen Reformbedarf beim neuen Vertrag. Doch auf Bundesebene bleibt eine konkrete Lösung bislang aus.
07.02.2026, 09 Uhr
Dorothea Schmidt
Bei allen, die in der Debatte um das Schuldenpaket ihre Hoffnung auf Aiwangers Widerstandsgeist setzten, ist dieser erstmal unten durch. Aber er beweist mit seinem Einlenken Format.
19.03.2025, 21 Uhr
Sebastian Sasse
Die Autoren Philipp Peyman Engel und Hamed Abdel-Samad wollen beide Frieden für Israelis und Palästinenser. Ihre Freundschaft zeigt, wie weit der Weg noch ist.
05.12.2025, 19 Uhr
Henry C. Brinker

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die Gebote sollen keine Überforderung sein, sondern ein Hilfe für die Christen, ihre eigene Berufung zu leben. Christsein ist schließlich kein Moralismus.
14.02.2026, 21 Uhr
Martin Grichting