Maiduguri

IS-Terror: Junge richtet Christen hin

Propagandavideo des „Islamischen Staates" soll Enthauptung eines Nigerianers zeigen. Warnung an alle Christen.

IS-Mörder in Propagandavideo
Screenshot einer Szene aus einem Video, das von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) 2014 veröffentlicht wurde und einen maskierten Mann mit Messer bei der Hinrichtung des US-Journalisten Sotloff zeigen soll. Ein aktuelles IS-Video soll die Hinrichtung eines Christen durch eine... Foto: dpa (IS/Internet)

Die Verfolgung von Christen in Nigeria nimmt immer schrecklichere Ausmaße an. So wurde jetzt ein Video veröffentlicht, das die Hinrichtung eines nigerianischen Christen durch einen Jungen zeigen soll, der angeblich Mitglied der Terrororganisation ISWAP (Islamic State West Africa Province) ist. Das Video, das von der sogenannten Nachrichtenagentur des „Islamischen Staates“, Amaq, veröffentlicht wurde, zeigt ein Kind von ungefähr acht Jahren, das die Hinrichtung vornimmt. Das Kind im Video warnt andere Christen: „Wir werden nicht aufhören, bis wir uns an all dem vergossenen Blut rächen“.

Ein Bild aus dem belastenden Filmmaterial wurde online von der SITE Intelligence Group geteilt. Die SITE Intelligence Group ist eine amerikanische Nichtregierungsorganisation, die die Online-Aktivitäten dschihadistischer Gruppen verfolgt. Laut der Direktorin Rita Katz wurde das Video in Borno im Nordosten Nigerias aufgenommen.  Katz sagte zu dem Video: „Die Unmoral des ,Islamischen Staates' hat kein Ende."

Der IS setzt routinemäßig Kinder ein, um in Propagandavideos Gefangene zu töten

Der „Islamische Staat“ hat routinemäßig kleine Kinder, die als „Jungen des Kalifats“ bezeichnet werden, eingesetzt, um in Propagandavideos Gefangene zu töten. Der westafrikanische Zweig des „Islamischen Staates“ wurde gegründet, nachdem sich 2016 eine Fraktion von der nigerianischen Islamistengruppe Boko Haram getrennt hatte.

Nigerias Präsident Muhammadu Buhari verurteilte die Bluttat und forderte die Nigerianer auf, sich nicht von der Religion trennen zu lassen. „Wir sollten unter keinen Umständen zulassen, dass die Terroristen uns spalten, indem sie Christen gegen Muslime wenden, weil diese barbarischen Mörder nicht den Islam und Millionen anderer gesetzestreuer Muslime auf der ganzen Welt repräsentieren", sagte er.

Boko Haram und seine angegliederte Fraktion des „Islamischen Staates Westafrika“ haben kürzlich die Angriffe auf militärische und zivile Ziele in Nigeria verstärkt. Boko Haram hatte an Heiligabend sieben Menschen bei einem Überfall auf ein christliches Dorf in der Nähe der Stadt Chibok im Nordosten des nigerianischen Bundesstaates Borno ermordet.

DT/chp

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