Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Erfurt/Würzburg

Nach Sanktionen: Fast zwei Drittel fürchten Wirtschaftskrise

Nach den Sanktionen gegen Russland wird Deutschland in eine wirtschaftliche Krise stürzen, befürchten 65 Prozent der Deutschen. Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle Tagespost-Umfrage.
Sanktionen gegen Russland
Foto: Gerald Matzka (dpa) | Weibliche Befragte geben deutlich häufiger als männliche Befragte an, dass sie die Befürchtung haben, dass die Sanktionen im Zuge des Russland-Ukraine-Kriegs Deutschland in eine wirtschaftliche Krise stürzen werden ...

Eine deutliche Mehrheit von 65 Prozent der Deutschen ist der Ansicht, dass die Sanktionen im Zuge des Russland-Ukraine-Kriegs Deutschland in eine wirtschaftliche Krise stürzen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Nur 15 Prozent befürchten dies nicht, 14 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen, sieben Prozent möchten dazu keine Angabe machen.

Angst vor Krise steigt mit zunehmendem Alter

Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Ich fürchte, dass die Sanktionen im Zuge des Russland-Ukraine-Kriegs Deutschland in eine wirtschaftliche Krise stürzen werden.“ Weibliche Befragte geben deutlich häufiger als männliche Befragte an, dass sie die Befürchtung haben, dass die Sanktionen im Zuge des Russland-Ukraine-Kriegs Deutschland in eine wirtschaftliche Krise stürzen werden (70 zu 59 Prozent). Mit steigendem Alter steigt der Anteil derjenigen, die diese Befürchtung haben, von 53 Prozent bei den jüngsten Befragten auf 74 Prozent bei den ältesten Befragten.

Lesen Sie auch:

Von den katholischen Befragten fürchten 68 Prozent, dass die Sanktionen gegen Russland Deutschland in eine wirtschaftliche Krise stürzen werden. Nur 13 Prozent sehen dies nicht so. Weitere 13 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen. Auch von den Protestanten gehen 68 Prozent von einer wirtschaftlichen Krise im Zuge der Sanktionen aus, 14 Prozent sehen dies nicht so, zwölf Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen. Freikirchliche Befragte gehen sogar zu 70 Prozent von einer Krise aus. Von den muslimischen Befragten fürchten dieses Szenario hingegen nur 54 Prozent. 

Die Erhebung, für die 2.073 erwachsene Personen vom 11. bis 14. März befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Partei-Affinität auf. Anhänger aller Parteien habe mehrheitlich die Befürchtung, dass die Sanktionen gegen Russland in Deutschland eine Wirtschaftskrise auslösen werden. Die Anhänger der Grünen befürchten dies mit 50 Prozent noch am seltensten. Darauf folgen Wähler der FDP mit 64 Prozent, Wähler der Union mit 68 Prozent und Wähler der SPD mit 70 Prozent. Von den Linken-Wählern fürchten 71 Prozent eine wirtschaftliche Krise. Bei AfD-Anhängern ist dieser Anteil mit 82 Prozent am größten.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung FDP Russlands Krieg gegen die Ukraine SPD Wirtschaftskrisen

Weitere Artikel

Correctiv-Berichterstattung, unausgewogener ÖRR, Meinungsfreiheit: Der Thinktank R21 hat Thesen zur Medienentwicklung veröffentlicht. Ein Interview mit der Autorin.
22.04.2026, 17 Uhr
Patrick Peters
Benedikt Kaiser will die politische Rechte zum neuen Mainstream machen. Dabei bedient er sich beim italienischen Kommunisten Antonio Gramsci – und klingt auch sonst recht links.
23.01.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Kubas kommunistisches Regime scheint trotz Wirtschaftskrise und Verstößen gegen die Menschenrechte vorerst fest im Sattel zu sitzen.
14.01.2026, 14 Uhr
Carl-Heinz Pierk

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig