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Nach Caracas nun Havanna?

Kubas kommunistisches Regime scheint trotz Wirtschaftskrise und Verstößen gegen die Menschenrechte vorerst fest im Sattel zu sitzen.
USA und Kuba
Foto: Imago/MediaPunch | Laut US-Präsident Donald Trump wir das Regime in Kuba von ganz alleine fallen. Doch geht seine Strategie auf?

In Washington wächst die Überzeugung, dass ein Machtwechsel in Caracas auch das Ende der kommunistischen Führung in Havanna einleiten könnte. Donald Trump erklärte schon mehrfach, das Regime in Kuba werde „nun ganz von alleine fallen“, wenn das venezolanische Öl ausbleibe.

Zugleich macht Außenminister Marco Rubio keinen Hehl daraus, dass er das Regime in Kuba fallen sehen will. Selbst Sohn kubanischer Einwanderer, sagte er sinngemäß: „In Havanna wäre ich jetzt besorgt.“ Der Satz wurde in exilkubanischen Kreisen als klare Warnung an die kubanische Führung verstanden – und als politisches Signal, dass Washington einen möglichen Machtwechsel auf der Insel zumindest rhetorisch einkalkuliert.

Der entscheidende Faktor sei dabei das Öl. Venezuela lieferte bisher vergünstigtes Erdöl, während Kuba im Gegenzug Hunderte Ärzte, Lehrer und Berater nach Venezuela entsandte.

Ein lohnendes Geschäft für beide Seiten

Ein lohnendes Geschäft für beide Seiten. Ob der US-Plan, Kuba vom Öl abzuschneiden, das Regime tatsächlich stürzen kann, ist ungewiss. Ebenso ungewiss ist, ob der US-Präsident, derzeit fixiert auf Grönland, sich zu einer Militäroperation wie in Venezuela entschließen wird. Langfristig könnte eine Infiltration des Regimes durch Exilkubaner mehr Wirkung zeigen und die Opposition zum Leben erwecken.

Kuba und Venezuela gelten als enge Verbündete. Beide südamerikanischen Länder eint eine kommunistische Ausrichtung sowie die von den USA auferlegten Wirtschaftssanktionen. Caracas unterstützte Havanna zudem seit Jahrzehnten in wirtschaftlicher Hinsicht.

Die Karibikinsel befindet sich in einer ihrer schwersten Krisen seit Jahrzehnten. Kuba leidet unter wiederkehrenden Stromausfällen, Versorgungsengpässen bei Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff, einer stagnierenden Produktion in Landwirtschaft und Industrie sowie einem Rückgang öffentlicher Dienstleistungen und hoher Inflation.

Rund eine Million Menschen haben Kuba seit 2021 verlassen. Präsident Miguel Díaz-Canel und seine Regierung verfügen kaum noch über Rückhalt in der Bevölkerung. Der tägliche Überlebenskampf führt auch zum Verlust der moralischen Orientierung: „Nicht selten wird die Ankündigung eines Babys, die Grund zur Freude und Hoffnung sein sollte, zur Ursache für Unsicherheit und Sorgen und endet in einer Abtreibung“, heißt es in einem 2021 veröffentlichten Aufruf von Geistlichen und Gläubigen.

Kontrolle versetzt Menschen in Angst

Hinzu komme das Gefühl einer flächendeckenden Überwachung. Die „exzessive Kontrolle der Organe der Staatssicherheit, die sogar das Privatleben betrifft“, versetze Menschen in Angst, obwohl sie völlig unschuldig seien. Katastrophal ist die Lage der Menschenrechte. Ende November 2025 waren in Kuba 1.192 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert.

Weitere 460 ehemalige politische Gefangene stehen seit Jahresbeginn 2025 unter Hausarrest, sind ständigen Repressalien und Überwachung ausgesetzt oder dürfen den Inselstaat nicht verlassen. Das berichtet der Verein „Botschafter für Menschenrechte“ und forderte zum Jahreswechsel die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten auf, sich beim kubanischen Regime mit Nachdruck für die Freilassung aller politischen Gefangenen im Jahr 2026 einzusetzen.

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Vorerst bleibt die Lage unverändert. Das Regime scheint fest im Sattel zu sitzen. Dennoch könnte Trumps Strategie, Kuba einfach ausbluten und implodieren zu lassen, aufgehen. Der Niedergang Venezuelas könnte das Regime in eine seiner schwersten Bewährungsproben stürzen. Den Exilkubanern bleibt der Neujahrs-Trinkspruch: „Nächstes Jahr in Havanna!“

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