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Das Reich Gottes ist wirklich da

Wenn du deine absolute Traumwelt zaubern könntest: Wie würde sie aussehen? Wäre das eine Welt, in der sich alle lieben? Genau so eine Welt will Jesus für uns.
Josefine_Heilender Jesu
Foto: Josefine Winkler | Indem Jesus Kranke heilte und Dämonen aus besessenen Menschen austrieb, zeigte er, was es bedeutet, dass Gottes Herrschaft wirklich angebrochen ist und dass er alle Menschen liebt.

Stellt euch eine Welt vor, in der es das Böse nicht gibt. Niemand ist gemein, niemand ist neidisch, niemand ist hinterhältig, niemand denkt nur an sich. Alle Menschen sind füreinander da, helfen sich gegenseitig, sind voll Liebe und wollen das Beste füreinander.

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Eine solche Welt hätte wohl jeder von uns am liebsten. Und zugleich sehen wir jeden einzelnen Tag, dass eine solche Welt schon an uns selber scheitert. Wir streiten miteinander, sind eifersüchtig, wünschen anderen oft nichts Gutes. In der Sprache unseres Glaubens heißt das „Sünde“. Weil die Sünde in der Welt ist, schaffen wir es einfach nicht, nur das Gute zu tun, obwohl wir es eigentlich wollen. Wir spüren: Es braucht eine größere Macht als wir selbst, die Welt wirklich ganz gut zu machen. Nur Gott kann die Welt ganz und gar gut machen.

Aus eigener Kraft zu lieben ist schwer

Springen wir zu der Zeit, in der Jesus gelebt hat. In der letzten Woche konntet ihr hier in der Kinderkatechese viel über den Vorläufer von Jesus erfahren: Johannes der Täufer faszinierte die Menschen durch seinen einfachen Lebensstil und weil er ganz auf Gott ausgerichtet lebte. Er sagte zu den Menschen: Lasst euch taufen und handelt endlich gerecht! Eines Tages wurde er unschuldig ins Gefängnis geworfen, weil er den Zorn des Herrschers von Galiläa auf sich gezogen hatte. Das war der Zeitpunkt, an dem Jesus nach Galiläa ging und zu predigen begann. Auch Jesus verkündete nun, dass die Menschen umkehren sollen. Damit zeigte Jesus, dass er ganz ähnlich denkt wie Johannes. Die Menschen sollten von ihrer verkehrten Lebensweise ablassen und sich wieder einander und Gott zuwenden.

Oben haben wir ja schon ein wenig über die Sünde nachgedacht. Die Sünde hindert uns Menschen leider daran, dass wir uns aus eigener Kraft auf Gott ausrichten können. Wir schaffen es nicht, aus eigener Kraft vollkommen zu lieben, weder Gott noch die anderen Menschen, noch uns selbst.

Jesus sagte den Menschen: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ Ja, die Menschen sollten mit voller Kraft versuchen, ihre Herzen zum Guten zu wenden. Aber Jesus hatte darüber hinaus noch eine ganz und gar gute Botschaft (das griechische Wort Evangelium bedeutet „gute Botschaft“) für sie. Diese lautete: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.“

So sieht das Reich Gottes aus

Stellt euch noch einmal die ganz gute Welt voller Liebe vor: So sieht das Reich Gottes aus! Jesus sagte den Menschen: Diese Welt ist wirklich da! Es lohnt sich, zu versuchen, umzukehren. Denn Gott hilft euch. Sein Reich, also seine Herrschaft, kann jetzt wirklich in dieser Welt anbrechen. Auch wenn das Reich Gottes gerade noch so klein ist wie ein Senfkorn und man es kaum sieht, ist es dennoch da. Daran sollen die Menschen glauben.

Da die Menschen nicht alle gleich verstanden, was Jesus meinte, hat er ihnen in vielen Geschichten und vor allem durch seine Handlungen immer wieder gezeigt, was es bedeutet, dass Gottes Herrschaft wirklich angebrochen ist: Jesus heilte kranke Menschen. Jesus trieb Dämonen aus besessenen Menschen aus. Jesus aß an einem Tisch mit Menschen, die von der Gemeinschaft ausgestoßen waren. Immer wieder zeigte Jesus, dass Gott wirklich für alle Menschen da ist und alle Menschen liebt. Zuletzt gab Jesus sogar sein eigenes Leben für uns hin, damit wir nicht unter der Macht der Sünde leben müssen. Er nahm alle unsere Sünden, unsere Unfähigkeit, gut zu handeln, mit sich ans Kreuz. Damit schenkte uns Jesus die Kraft, lieben zu können.

Die Macht der Sünde ist nun gebrochen

Warum konnte nicht schon Johannes der Täufer sagen: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe“? Das hängt damit zusammen, dass Jesus nicht irgendein Prophet ist, sondern der Messias, der Sohn Gottes. Mit Jesus fängt das Reich Gottes auf der Erde an, weil Gott selbst Mensch geworden ist. Wenn Gott selbst Mensch wird, bringt Gott seine gute Macht auf die Erde und in seine Schöpfung hinein. Nicht nur wir Menschen, die in Sünde gefangen sind, handeln nun auf der Erde. Durch die Ankunft Gottes als Mensch auf dieser Erde handelt auch Gott selbst in seiner Schöpfung. Die Macht der Sünde ist gebrochen.

Indem Gott Mensch wird, zeigt er uns außerdem auch die Größe der Liebe, die das Reich Gottes ausmacht. Wenn sich Gott so klein macht, dass er Diener aller Menschen wird, dann ist das Reich Gottes wirklich angebrochen, denn dann gibt es keine größere Liebe mehr, die noch irgendwo fehlt.

Fassen wir es noch einmal zusammen. Als Jesus begann, von Dorf zu Dorf zu ziehen und den Menschen zu predigen, sagte er ihnen: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ Jesus sagte also erstens: Die Herrschaft von Gott bricht jetzt an. Zweitens sagte er: Kehrt um. Und drittens sagte er: Glaubt an das Evangelium – also: Glaubt an die frohe Botschaft, dass das Reich Gottes nahe ist.

Ein bisschen wie ein Kreis

Ihr seht, der Inhalt der Predigt von Jesus ist ein bisschen wie ein Kreis: Das Reich Gottes, also die endgültige Herrschaft des Guten und der Liebe auf dieser Welt, ist durch Jesus wirklich da. Doch müssen die Menschen zugleich auch umkehren, das heißt, ihre Herzen Gott zuwenden, und an dieses Reich glauben, damit es da sein kann.

Dieses Kreisartige, das für die Beziehung von uns Menschen mit Gott typisch ist, sehen wir beispielsweise auch im Vaterunser angedeutet: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Indem Gott uns unsere Sünden vergibt und auf sich nimmt, haben auch wir die Kraft, denen zu vergeben, die an uns schuldig werden.

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Jesus bietet uns die Chance an, dass Gott endgültig herrscht. Wir Menschen müssen aber auch „Ja“ dazu sagen. Für uns heute ist dieses „Ja“ einerseits die Taufe. Durch die Taufe sagen wir: Ja, ich will, dass Gott der Herr meines Lebens und dieser Welt ist. Doch durch unser ganzes Leben hindurch wird es immer – sogar Tag für Tag – nötig sein, dass wir dieses „Ja“ sprechen. Denn dann kann durch unser „Ja“ Gott das Böse auf der Welt vernichten und Gottes Reich Wirklichkeit sein.


Die Autorin ist Theologin, Musikerin und Mutter von zwei Söhnen. Sie war an der Erstellung des Youcat for Kids beteiligt.

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