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Eine Frau mit vielen Namen

Maria, die Mutter Jesu, trägt in der Tradition der Kirche viele Namen. Jeder von ihnen erklärt uns etwas darüber, wer sie ist und was sie so besonders macht.
Maria Königin
Foto: Bernadette Drayß | Maria ist nicht deshalb Königin, weil sie die Mächtigste von allen, sondern weil sie die Erste im Dienen war und sich im vollkommenen Vertrauen auf Gottes Liebe ihm anvertraut hat.

Wenn du schon einmal an einem Marienfest in der Kirche warst, hast du vielleicht ein Lied gehört, das seit Hunderten von Jahren von Katholiken gesungen wird: die Lauretanische Litanei. Dabei wird Maria mit verschiedenen Namen angesprochen, und die Gläubigen antworten mit den Worten „Bitte für uns.“

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Viele dieser Namen kennst du wahrscheinlich schon: „Mutter Gottes“, „Mutter der Kirche“, „ehrwürdige Jungfrau“… andere hast du vielleicht noch nie gehört: „Pforte des Himmels“, „Tempel des Heiligen Geistes“, „geheimnisvolle Rose“… Maria ist die Heilige, die mehr Namen hat als alle anderen!

Herrschaft der Liebe und des Friedens

In dieser Woche denken wir besonders an einen der Namen – die Kirche nennt sie „Titel“ – von Maria. Am 22. August feiern wir das Fest „Maria Königin“, das genau eine Woche nach einem anderen wichtigen Marienfest stattfindet: Maria Himmelfahrt. An Maria Königin erinnern wir uns daran, dass Maria als Mutter unseres Königs Jesus Christus auch eine Königin ist. Es gibt einige Statuen und Bilder, auf denen zu sehen ist, wie Jesus seiner Mutter eine Krone aufsetzt. Auch im glorreichen Rosenkranz beten wir das Gesätzchen „Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat“.

Wir glauben, dass Maria als seine Mutter Anteil hat an der Königswürde Jesu. Was bedeutet das? Maria hat nicht von sich aus Macht, sondern nur, weil ihr Sohn König ist. Sie unterstützt Jesus in seiner Herrschaft, so wie die Mutter eines Königs ihren Sohn unterstützt. Ohne sein Königtum wäre aber auch sie keine Königin. Weil er aber König ist, hat er auch sie gekrönt und sie darf mit ihm gemeinsam herrschen. Worin besteht diese Herrschaft?

Es ist keine Herrschaft der Kontrolle und Unterdrückung, sondern eine Herrschaft der Liebe und des Friedens. Tatsächlich wird Maria auch als „Königin des Friedens“ bezeichnet! Dadurch, dass Maria sich Gott vollkommen zur Verfügung gestellt hat, hat sie unser Bild von Herrschaft vollkommen verändert: Königin ist sie nicht, weil sie die Mächtigste von allen, sondern weil sie die Erste im Dienen war und sich im vollkommenen Vertrauen auf seine Liebe Gott anvertraut hat. Bis heute weist sie uns nie auf ihre eigene Macht hin, sondern immer auf ihren Sohn, und lädt uns ein, ihm nachzufolgen.

Warum hat eine einfache Frau aus Nazareth wohl so viele Bezeichnungen?
Maria ist keine „ganz normale“ Heilige, sondern hat unter den Heiligen eine zentrale Bedeutung: Sie ist die Mutter Gottes! Als sie „Ja“ gesagt hat zur Ankündigung des Engels, dass durch sie der Retter geboren werden würde, hat sie es ermöglicht, dass Gott seinen Sohn auf die Welt schicken und uns alle erlösen konnte. Mutter des menschgewordenen Gottes zu sein ist eine so besondere Aufgabe, dass Gott sie dafür mit einer Eigenschaft ausgestattet hat, die sonst niemand auf der Welt hat: Sie ist ohne Erbsünde geboren.

Das heißt, sie hat ein Herz, das immer nur Gottes Willen tun will und sich nie gegen ihn auflehnt. Außerdem hat sie Jesus geboren, ohne jemals mit einem Mann zusammen gewesen zu sein – der Heilige Geist hat ihre Schwangerschaft verursacht. Ihr ganzes Leben lang, und auch jetzt vom Himmel aus, ist es ihre Hauptaufgabe, auf ihren Sohn hinzuweisen und sich für uns bei ihm einzusetzen.

An diese vielen Besonderheiten Marias erinnern wir uns, wenn wir sie mit ihren verschiedenen Namen ansprechen. Sie helfen uns dabei, Marias Bedeutung für uns und unsere Erlösung zu verstehen. Jeder ihrer Titel weist auf eine andere Besonderheit hin. Über den Titel „Königin“ hast du schon einiges erfahren – die folgenden Erklärungen für einige ihrer anderen Namen geben dir einen Einblick in die vielen Eigenschaften und Aufgaben, die Maria hat: Mutter der Kirche: Erinnert uns daran, dass Maria nicht nur die Mutter Jesu, sondern auch unsere Mutter ist, der Jesus seine Jünger und uns alle anvertraut hat. Weil ihr Sohn die Kirche gegründet hat und er in ihr gegenwärtig ist, möchte sie wie eine gute Mutter auch für die Kirche sorgen.

Ehrwürdige Jungfrau: Du hast gelesen, dass Maria mit Jesus schwanger wurde, ohne mit einem Mann zusammen gewesen zu sein. Der Vater war kein Mensch, sondern Gott selbst durch den Heiligen Geist. Daran erinnern wir uns, wenn wir Maria als Jungfrau bezeichnen.

Pforte des Himmels: Durch das „Ja“, das Maria zum Engel gesprochen hat, konnte Jesus auf die Welt kommen und durch seinen Tod am Kreuz erreichen, dass uns allen am Ende unseres Lebens der Himmel offen steht. So ist sie sozusagen zur Tür – also zur Pforte – geworden, durch die wir in den Himmel gelangen können.
Tempel des Heiligen Geistes: Ein Tempel ist ein Haus, in dem Gott wohnt. Als der Heilige Geist nach der Ankündigung des Engels über sie kam, wurde Marias Leib und ihr ganzes Wesen vollkommen von ihm erfüllt. So ist es für immer geblieben. Daran denken wir, wenn wir sie als Tempel des Heiligen Geistes bezeichnen.
Geheimnisvolle Rose: Die Rose gilt als eine ganz besondere Blume, die unter den anderen hervorsticht.

Sie ist ein Symbol für die Reinheit Marias, die auch als „Rose ohne Dornen“ bezeichnet wird. Die Dornen stehen dabei für die Sünde, der Name erinnert uns also daran, dass Marias Herz von Anfang an ohne Sünde war. Kennst du das Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen“? Auch hier ist Maria die Rose, und das „Blümelein“ ihr Sohn Jesus. Was könnt ihr als Familie tun, um gemeinsam über Marias viele Bezeichnungen nachzudenken?

Jetzt könnt ihr kreativ werden

Feiert Maria Königin! Schmückt eine Marienstatue oder ein Marienbild bei euch zu Hause mit einer selbst gebastelten Krone oder einem Blumenkranz. Betet zusammen den glorreichen Rosenkranz, besonders das fünfte Gesätzchen. Singt zusammen das „Salve Regina“. Gratuliert allen Reginas, die ihr kennt, zu ihrem Namenstag!

Singt oder hört gemeinsam das Lied „Ave, sei gegrüßt“ der Gemeinschaft Emmanuel, in dem verschiedene Namen und Symbole Marias vorkommen. Schreibt die Symbole auf oder veranstaltet einen Malwettbewerb: Wer kann das schönste Bild von einem oder mehreren Titeln Marias malen?

Klebt auf ein Plakat ein Bild der Muttergottes und schneidet aus Zeitschriften Zeichen und Bilder aus, die zu ihr passen. Hängt das Plakat in eure Gebetsecke oder in der Küche auf – so könnt ihr es immer weiter ergänzen und Maria besser kennenlernen!

Lesen Sie auch:

Betet zusammen die Lauretanische Litanei (Nr. 566 im Gotteslob). Sprecht über die Namen, die ihr noch nicht kennt, und überlegt oder forscht gemeinsam, was sie bedeuten!


Die Autorin ist Betriebswirtin, Kinderkatechetin und führt ihr eigenes Familienunternehmen mit drei kleinen Mitarbeitern. 

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