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Davids Königtum gab es nicht geschenkt

In der zweiten Staffel der Serie „Das Haus David“ beginnt für den späteren König der mühsame Weg durch Krieg, Hofintrigen und die Versuchungen der Macht. Sie bleibt ein respektvolles, zugleich filmisch wirkungsvolles Bibel-Epos.
Michael Iskander nimmt in der zweiten Staffel von "House of David" die Rolle des Protagonisten wieder auf. Der Schauspieler ist 2025 in die katholische Kirche aufgenommen worden.
Foto: IMAGO/Hutchins Photo (www.imago-images.de) | Michael Iskander nimmt in der zweiten Staffel von "House of David" die Rolle des Protagonisten wieder auf. Der Schauspieler ist 2025 in die katholische Kirche aufgenommen worden.

Die erste Staffel der Serie „Das Haus David“ begann mit der wohl bekanntesten Szene aus dem Leben des späteren Königs: dem Kampf des jungen Hirten (Michael Iskander) gegen den Riesen Goliath. Ihre Auflösung sparte die Serie zunächst aus – ein dramaturgischer Kunstgriff, der den Blick weniger auf den Ausgang des Zweikampfs als auf den Weg dorthin lenkte.

Mit der zweiten Staffel setzt die von Jon Erwin entwickelte Amazon-Serie nun dort an, wo Davids Aufstieg seinen ersten Höhepunkt erreicht hat. Goliath ist gefallen; doch der Sieg über den Philister beendet keineswegs den Konflikt zwischen Israel und seinen Feinden. Die Heere der Philister und Israeliten prallen aufeinander, David gerät mitten in die Schlacht, Jonathan (Ethan Kai) kämpft sich durch das Chaos, König Saul (Ali Suliman) ringt mit seinen inneren Dämonen. Nach dem militärischen Erfolg erklärt König Saul den jungen Hirten zu seinem „Champion“ und überträgt ihm Verantwortung über eine größere Zahl von Männern. Doch gerade damit beginnt eine neue Gefahr: David wird nicht nur zum Helden des Volkes, sondern auch zu einer Bedrohung für den König.

Inhaltlich folgt die Staffel damit im Kern der Erzählung des Ersten Buches Samuel. Zugleich nimmt sie sich wie schon die erste Staffel dramaturgische Freiheiten. Saul will David mit seiner Tochter Merab (Yali Topol Margalith) verbinden, während David in deren Schwester Michal (Indy Lewis) verliebt ist. Am Hof verdichten sich politische Intrigen und persönliche Eifersucht. Jonathan wiederum wird für David zum Freund, Lehrer und Verbündeten.

Sanftmut und Entschlossenheit

Besonders deutlich wird in der zweiten Staffel die Gegenüberstellung zweier Häuser: Auf der einen Seite steht ein an Reife gewinnender David, auf der anderen Seite zerfällt das Haus Saul immer stärker von innen heraus. Der König, der einst von Gott erwählt war, wird zunehmend von Angst, Misstrauen und Machtwillen beherrscht. Ali Suliman spielt Saul weiterhin als charismatische, gebrochene Gestalt, deren Tragik gerade darin liegt, dass sie nicht einfach böse ist, sondern Schritt für Schritt der Versuchung nachgibt. Die Rückkehr seines Sohnes Eshbaal (Sam Otto) bringt zusätzliche Unruhe in den Palast; auch Königin Ahinoam (Ayelet Zurer) und die Töchter Sauls werden stärker in das Geflecht aus Loyalität und Verrat einbezogen.

Michael Iskander verleiht David erneut eine überzeugende Mischung aus Sanftmut und Entschlossenheit. Aus dem Hirtenjungen der ersten Staffel ist ein junger Krieger geworden, der lernt, Verantwortung zu übernehmen. Die Serie betont dabei nicht nur Davids militärische Begabung, sondern auch seine geistliche und musikalische Seite. In den Momenten, in denen er singt, erinnert „Das Haus David“ daran, dass der biblische König nicht nur als Kämpfer, sondern auch als Psalmendichter überliefert ist.

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Wie schon in der ersten Staffel wahrt die Serie eine Balance zwischen Respekt vor dem biblischen Text und filmischer Ausgestaltung. Nicht alles entspricht wörtlich der Schrift; manche Nebenfiguren werden erweitert, andere Handlungsstränge frei entwickelt. Das betrifft etwa Eshbaal, dessen Rolle stärker politisch zugespitzt wird, oder einzelne familiäre Konstellationen am Hof Sauls. „Das Haus David“ gelingt es überwiegend, der Vorlage treu zu bleiben, weil die Serie ihre zentralen Themen ernst nimmt: Berufung, Treue, Versuchung, Macht …

Kein religiöser Kitsch

Der Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Bessere Waffen verändern die Kriegsführung, und das Streben nach einer stärkeren Waffe wird fast zum Sinnbild der ganzen Staffel. Nicht nur Schwerter werden geschmiedet; auch David selbst wird geformt.

Die Schauwerte bleiben eindrucksvoll. Schlachten, Festungen, Landschaften und Palastszenen sind aufwendig gestaltet, ohne in bloßen Prunk zu verfallen. Dass die Produktion in der zweiten Staffel verstärkt auf digitale und KI-gestützte Effekte zurückgreift, mag man kritisch sehen; sichtbar wird vor allem der Wille, mit begrenzten Mitteln ein großes biblisches Panorama zu entwerfen. Die Action ist wuchtiger als zuvor, mitunter aber auch etwas zu ausgedehnt.

Dennoch bleibt „Das Haus David“ auch in der zweiten Staffel eine ungewöhnliche Serie. Es ist weder religiöser Kitsch noch zynische Dekonstruktion, sondern ein ernst gemeintes biblisches Drama, das biblische Geschichte für ein heutiges Publikum nachvollziehbar macht.

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