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Gefahrenzone „Puppen und Piraten“

Anderswo verhungern Kinder auf Müllhalden, in Deutschland will die Caritas Kinder vor „geschlechtsstereotypischen“ Spielsachen schützen. Das steht nicht mehr im Verhältnis.
Kommentar LGBTQ+
Foto: IMAGO (www.imago-images.de) | Ist es wirklich verantwortungslos, kleinen Mädchen zum Spielen Puppenhäuser vorzusetzen?

Was bedeutet „LGBTIQ+“ eigentlich genau? Und wie unterscheidet es sich von „LSBTIQ+“ oder „LGBTQ*“? Fragen rund um dieses Thema beantwortete kürzlich die Caritas in München bei einer Schulung für Kitaleitungen, auf 41 Seiten. Bei dieser Ausführlichkeit fragt man sich: Haben die Mitarbeiter keine größeren Probleme?

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Weiter geht es in der Präsentation etwa darum, wie man sich einem kleinen Jungen gegenüber korrekt verhält, der mit Rock in die Kita kommt. Die vortragende Sozialpädagogin warnt vor „geschlechtsstereotypen Spielangeboten“:  Mädchen mit pinken Anziehsachen und einem Playmobil-Puppenhaus auszustatten, könnte sie schon früh in ihrer Entwicklung beeinflussen. Gefährlich ist es anscheinend auch, Jungen als Babys dunkelblaue Schnuller zu geben und ihnen später, als Kleinkind, ein T-Shirt mit aufgedrucktem Krokodil anzuziehen oder gar Feuerwehr-Autos vorzusetzen.

Mutter und Vater aus Intuition

Wo keine Probleme sind, werden wohl künstlich welche geschaffen. In den Slums und Kriegsgebieten dieser Welt wären die Kinder froh, wenn sie saubere und einigermaßen passende Kleidung besäßen, oder auch funktionsfähiges Spielzeug – egal ob Puppe oder Feuerwehrauto. Während die Caritas in Deutschland „praktische Ratschläge“ gibt, wie man Kindergartenkinder vor „unbewusster Diskriminierung“ schützt (lieber „das Kind im grünen T-Shirt“ sagen als „der Junge“), werden in anderen Ländern Kleinkinder auf Müllhalden zurückgelassen.

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Die Eltern in Armutsgebieten sind erleichtert, wenn sie abends auf einen Tag zurückblicken können, an dem sie ihren Kindern eine warme Mahlzeit bereiten konnten. Diese Eltern hätten nicht die Kapazität, sich darüber Gedanken zu machen, als welches Geschlecht sie sich gerade begreifen und ob sie lieber mit einem Mutter- oder Vatertagsgeschenk von den Kindern bedacht würden. Denn verschiedene Geschenke für diesen Anlass zu basteln – so empfiehlt es die Caritas – schützt „nicht-binäre Eltern“ vor Diskriminierung. Bei den Mitgliedern vieler Menschen in Armutsgebieten, die oft in kinderreichen Familien leben, fällt auf: Sie sind zwar häufig materiell arm und mitunter Analphabeten. Doch sie haben ihre Intuition behalten, als Mann und Frau, als Vater und Mutter zu leben. Und sie sind stolz darauf, Vater oder Mutter zu sein.

Wenn die Suizidrate queerer Menschen in Deutschland höher ist als bei den „Heterosexuellen“, dann liegt das vielleicht nicht so sehr am „Minoritäten-Stress-Modell“, „höherem Belastungserleben“ und den Auswirkungen von Diskriminierung, wie die Caritas vorgibt. Sondern daran, dass diese Menschen oftmals tief verletzt sind und sich nicht annehmen können. Diese Menschen befinden sich ohne Zweifel in einer echten Not, die nicht wegdiskutiert oder übersehen werden darf. Sie suchen Trost in einer Ideologie, in der „Gender-Bewegung“, wo sie vermeintlich die Erklärung für ihr Unwohlsein finden: Dass sie eigentlich bisher im falschen Körper oder mit dem falschen Geschlecht gelebt haben. Solchen Menschen muss man dabei helfen, ihre Verletzungen zu heilen und sich selber annehmen zu können: So, wie Gott sie geschaffen hat. Denn so, wie er sie geschaffen hat, ist es „sehr gut“.

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Elisabeth Hüffer Caritas

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