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Sinn des Lebens nach Joseph Möller

Joseph Möller hat in seiner katholischen Philosophie Gott und Freiheit verbunden.
Universität Tübingen
Foto: Edith Geuppert (dpa) | Der Philosoph Joseph Möller lehrte an der Universität Tübingen.

Der Philosoph Joseph Möller (1916-2017) macht die Frage nach dem Sinn des Lebens zum Mittelpunkt seines Nachdenkens. Den Kern des Sinns fand er ganz biblisch in der Freiheit. „Der Herr ist Geist.“ Und: „Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2 Kor 3,17).

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Lehrstuhl in Tübingen

Nach der Weihe zum katholischen Priester 1941 und einer sechsjährigen Seelsorgetätigkeit folgte 1947 die theologische Promotion in Freiburg im Breisgau und 1949 die Habilitation über Hegel in Mainz. Später war er Lehrstuhlinhaber für Scholastische Philosophie in Tübingen, danach bis zur Emeritierung 1984 Ordinarius für Philosophie in Augsburg.

Das Denken der Freiheit bleibt für Möller immer eng mit der Frage nach Gott verbunden. Ein Skeptizismus ist hier nicht möglich. Das brachte er auf den Punkt mit den Worten: „Ja, man kann die Frage stellen, ob Freiheit überhaupt sein kann und ob die Rede von Freiheit sinnvoll sein kann, wenn sie nicht die Grundmöglichkeit des Seins in Gott und von Gott her ist.“ Es ist die Liebe Gottes, die schwerer wiegt als das menschliche Unvermögen, sich ihm sprachlich anzunähern. Als Philosoph bleibt Möller immer zwischen diesen Polen, die ihn zur Sinnfrage führt. DT/ari

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost ein Porträt des Philosophen Joseph Möller.

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