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Rocco Buttiglione würdigt Philosoph von Hildebrand

Dietrich von Hildebrand sei ein Verteidiger objektiver Werte, schreibt der italienische Politiker Rocco Buttiglione in der Tagespost. Er gehöre zu den großen katholischen Philosophen des 20. Jahrhunderts.
Rocco Buttiglione würdigt Philosoph Dietrich von Hildebrand
Foto: Ettore_Ferrari (ANSA)

Der Philosoph Dietrich von Hildebrand (1889-1977) kam früh mit der Phänomenologie in Berührung. Als Schüler von Max Scheler schrieb er die Dissertation „Die Idee einer sittlichen Handlung“, die auch Edmund Husserl sehr schätzte. Seine Konversion zum Katholizismus verdankte er dann hauptsächlich Edith Stein, mit der er auch die Liebe zur Phänomenologie gemeinsam hatte. 

Buttiglione: Hildebrand war vor allem Ethiker

„Die phänomenologische Einsicht ist demnach nicht eine gedankliche Konstruktion, sondern ein Getroffenwerden durch ein Licht, dass vom Erkenntnisobjekt ausstrahlt“, schreibt Rocco Buttiglione, Professor für Philosophie an der Hochschule Heiligenkreuz, in einer Philosophie-Reihe der „Tagespost“. Vor allem sei Hildebrand aber Ethiker. Hierbei spielen die Werte eine zentrale Rolle. Wir verurteilen unmittelbar ein Verbrechen; auch hier ist es nicht eine gedankliche Konstruktion, sondern ein unmittelbares Wissen, das zugleich objektiv gültig ist. Die Person ist der zentrale Begriff in dieser Lehre; denn in der Person verwirklicht sich letztlich das Gute. 

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Wichtig war Hildebrand auch der Gedanke, dass die Person über der Gemeinschaft steht, denn kurz nach der Machtergreifung Hitlers floh er nach Österreich und dann in die Vereinigten Staaten, wo er in New York dann Philosophie lehrte. Hier lernte er auch seine Frau Alice kennen, die am 14. Januar im Alter von 98 Jahren gestorben ist.  

Buttiglione betont in seinem Essay, dass von Hildebrand in den Jahren des Aufstiegs des Nationalsozialismus ein entschiedener Gegner Hitlers gewesen sei. Sein wichtiges Buch mit dem Titel „Metaphysik der Gemeinschaft“ habe er der Entlarvung des nazistischen Mythos der Volksgemeinschaft gewidmet. Buttiglione schreibt: „In diesem Mythos (der auch unter den Katholiken einen erheblichen Wiederklang fand, etwa bei Othmar Spann) wird die Person in der Gemeinschaft absorbiert: hiernach ist der höchste Wert nicht die Person, sondern die Gemeinschaft oder es wird dem personalen Dasein sogar die Qualität der Gemeinschaft zugeschrieben.“  DT/ari

Lesen Sie den ausführlichen Essay des italienischen Christdemokraten Rocco Buttiglione über den katholischen Philosophen Dietrich von Hildebrand in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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