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Heiner Bielefeldt: Über Glaubensgrenzen für Religionsfreiheit eintreten

Theologe und Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt wirbt für Dialog zwischen Vertretern unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Positionen.
Heiner Bielefeldt
Foto: Martial Trezzini (KEYSTONE) | Heiner Bielefeldt: Religionsfreiheit auch für religiöse Mehrheiten wichtig.

Der Erlanger Theologe und Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt hat für mehr Dialogprojekte zwischen Vertretern „ganz unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Positionen“ geworben.

Beitrag zur Stärkung der Religionsfreiheit

Dies könne dazu beitragen, die Bedeutung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit deutlich zu machen, sagte Bielefeldt am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung des von Muslimen gegründeten Vereins „Forum Dialog“ in Berlin. Die Religionsfreiheit habe dann ihre Bewährungsprobe, wenn sie von Menschen verteidigt werde, „die sich sonst inhaltlich nicht verstehen“, betonte der frühere Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Religions- und Weltanschauungsfreiheit (2010-2016). Als Vorbild nannte er ein Dialogprojekt von Mormonen und Atheisten in den USA.

Beschneidungsdebatte als Negativbeispiel

Dagegen führte Bielefeldt die kontroverse deutsche Debatte über die von Juden und Muslimen praktizierte Knabenbeschneidung vor einigen Jahren als Gegenbeispiel an. Der „ätzend-verächtliche Tonfall“ mancher Beschneidungskritiker auch ihm gegenüber habe ihn erschreckt, so der heutige Professor für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Religionsfreiheit auch für religiöse Mehrheiten wichtig

Bielefeldt betonte, die Sicherung der Religionsfreiheit sei nicht nur für Minderheiten wichtig. Auch für religiöse Mehrheiten sei dieses Menschenrecht unverzichtbar. Er verwies auf den religiös begründeten „Klammergriff durch korrupte Machteliten“ gegenüber der Gesellschaft in Saudi-Arabien und den Hindu-Nationalismus in Indien als „Schmiermittel einer nationalistischen Einheits-Ideologie“. Auch die russisch-orthodoxe Kirche müsse für ihre „Nähe zu Putin“ den hohen Preis zahlen, dass orthodoxe Gemeinden in der Ukraine sich von ihr abwendeten.

KNA / DT (jobo)

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