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Kann man „Jesus“ in Rom treffen?

In der Serie „The Chosen“ spielt Jonathan Roumie den menschgewordenen Sohn Gottes, Jesus. In Rom trifft Johannes Hartl auf den Schauspieler der Serie, die demnächst in deutscher Synchronfassung erscheinen wird.
Jseus und der Gelähmte
Foto: screenshot | Jesus heilt einen Gelähmten am Teich Bethesda. Eine Szene aus der Serie "The Chosen", die demnächst in synchronisierter Fassung auf Deutsch erscheinen wird.

Kann man Jesus in Rom treffen? Der alte Kirchenwitz besagt ja das Gegenteil. Maria, Josef und Jesus unterhalten sich, wo sie gern einmal Urlaub machen würden. Maria wählt eine sonnige Insel. Josef würde gerne in den Alpen wandern. Wo würde Jesus gerne Urlaub machen? In Rom, denn da war er noch nie. Ein boshafter Scherz. Doch ich tippe diese Zeilen tatsächlich auf dem Weg nach Rom, um die Person zu treffen, die gerade dabei ist, für Millionen von Menschen Jesus zu verkörpern. Ende August erscheint die Serie „The Chosen“ in der deutschen Fassung, und ich wurde eingeladen, die Crew in Rom zu treffen. Nächste Woche empfängt sie der Papst.

„Petrus rauft gerne und zankt sich mit seiner Frau,
der Zöllner Matthäus ist ein leicht autistischer Nerd
und Maria Magdalena hat nach ihrer Bekehrung einen Rückfall.“

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Wer eine Folge dieser Serie gesehen hat, kann nicht umhin, den Schauspieler Jonathan Roumie zu bewundern. Dazu kommt: „The Chosen“ ist ein reines Fundraising-Projekt. Die aufwendig produzierten Folgen über das Leben Jesu werden ausschließlich durch Spenden finanziert. Und man kann sie nur vermittels einer eigenen App sehen, oder in der englischen Fassung auf YouTube. Die Serie sei jedem ans Herz gelegt. Sie ist wirklich herausragend. Bemerkenswert ist zunächst, dass die dargestellten Szenen sich einerseits ganz treu an den biblischen Wortlaut halten und den Figuren andererseits eine Lebendigkeit und Spontanität einhauchen, die überwältigt. Petrus rauft gerne und zankt sich mit seiner Frau, der Zöllner Matthäus ist ein leicht autistischer Nerd und Maria Magdalena hat nach ihrer Bekehrung einen Rückfall.

Was aufs erste Hören nach Comedy klingt, birgt eine tiefe Wahrheit: es waren ganz normale Menschen, die diesem Jesus begegnet sind. Menschen mit Ecken und Kanten, mit mehr oder weniger liebenswerten Eigenheiten. Menschen wie wir. Und dann kommt Jesus. Alles wird anders, als sie ihn treffen. Die Zeit steht still, wenn er spricht. Eine Stimme, die aus einer unauslotbaren Tiefe kommt und ihr Leben in ein unwiederbringliches Vorher und Nachher zerteilt. Ich weiß tatsächlich noch nicht, wie es mir gehen wird, wenn ich den Schauspieler in wenigen Stunden in Rom tatsächlich treffen werde. Denn seit ich „The Chosen“ gesehen habe, denke ich anders über Jesus. Ich verbinde sein Gesicht mit dem dieses Schauspielers.

Niemand hat bisher negativ reagiert

Nie habe ich ihn gnädiger dargestellt gesehen, nie menschlicher, nie freundlicher und zugleich „cooler“. Und ohne jeden Bruch: zugleich eindeutig göttlich, heilig, anbetungswürdig. Ich ahne: so ist Jesus tatsächlich. Es ist kein Zufall, dass Jonathan Roumie selbst zutiefst gläubig ist, dass die ganze Produktion von Menschen vorangetrieben wird, die existenziell gepackt sind von diesem Jesus. Man muss ihm folgen, man muss ihn lieben, um ihn repräsentieren zu können. Ich habe „The Chosen“ schon den unterschiedlichsten Menschen mit den verschiedensten Hintergründen empfohlen und noch niemand hat negativ reagiert. Denn da ist eine Ausstrahlung, der man sich nicht entziehen kann. Christsein kann so kompliziert werden, von der Kirche und der Kirchenpolitik ganz zu schweigen. Vielleicht sollten wir Jesus neu kennen lernen – dann würden wir mehr von ihm ausstrahlen. „The Chosen“ kann dabei helfen.

 

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