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Kulturjournalistin Cohen fordert Solidarität mit Houellebecq

Man dürfe die „subtilen Strategien des politischen Islam“ nicht unterschätzen meint die „Tagespost“-Kolumnistin Ute Cohen. Anlass ist ein umstrittenes Interview des Schriftstellers.
Michel Houellebecq werden Äußerungen aus einem Gespräch vorgeworfen
Foto: Manuel Cedron via www.imago-imag (http://www.imago-images.de/) | Michel Houellebecq werden Äußerungen aus einem Gespräch vorgeworfen, das er in einem Sonderheft der Zeitung „Front populaire“ mit dem Philosophen Michel Onfray geführt hat.

Die bekannte Autorin und Journalistin Ute Cohen fordert in ihrer „Tagespost“-Kolumne Solidarität mit dem bekannten französischen Schriftsteller Michel Houellebecq, dem aufgrund eines Interviews eine Klage vonseiten der „Großen Moschee“ von Paris droht.

„Der juristische Dschihad, der Versuch, mit rechtlichen Mitteln islamkritische Intellektuelle mundtot zu machen, ist in Frankreich seit Jahren im Gange. Michel Houellebecq, der wohl einflussreichste europäische Schriftsteller, weiß ein Lied davon zu singen. Bereits 2002 wurde er von der ,Liga der Menschenrechte‘ und muslimischen Organisationen wegen Aufstachelung zum Hass verklagt. Das Gericht entschied zugunsten Houellebecqs.“

Er fasst den populistischen Ton in Worte

Cohen schreibt weiter: „Extrem enttäuscht“ von dieser Entscheidung sei damals Chems-Eddine Hafiz gewesen, Anwalt der Großen Moschee von Paris. Hafiz, der heute als Rektor an der Spitze der Moschee steht, versucht nun einen weiteren Vorstoß: „Vergangene Woche kündigte die Große Moschee an, erneut eine Klage gegen Michel Houellebecq wegen ,Aufstachelung zum Hass gegen Muslime‘ einzureichen.“

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Vorgeworfen, so Cohen, werden dem Schriftsteller Äußerungen aus einem Gespräch, das er in einem Sonderheft der Zeitung „Front populaire“ mit dem Philosophen Michel Onfray geführt hat. „Houellebecq versetzt sich, ganz Literat und Denker, in eine Zukunft, in der es Attentate auf Moscheen und von Muslimen frequentierte Orte geben könnte. Dabei spricht er von einer ,population de souche‘ – hierzulande würde man je nach Herkunft und Absicht von ,Biodeutschen‘ oder ,Kartoffeln‘ sprechen – und scheut nicht davor zurück, das Brodeln in dieser Bevölkerung hörbar zu machen. Diesen populistischen Ton fasst er in Worte.“ 

Ein kurioser Schritt des Präsidenten

Cohen meint mit klaren Worten: „Wer mutwillig, das Setting dieser Äußerung, den Sprecher und das Genre dieses Textes verkennen will oder nicht über entsprechende Analysefähigkeiten verfügt, mag darin ein Rechtsdelikt erkennen. Alle anderen mögen sich an Houellebecqs Ausführungen reiben oder sich selbst darin erkennen. Dass Emmanuel Macron im Oktober Chems-Eddine den Orden der französischen Ehrenlegion verliehen hat, ist ein kurioser Schritt. Vielmehr wäre es geboten, die subtilen Strategien des politischen Islams auch hierzulande zu analysieren und sich dagegen zu wappnen. Solidarität mit Michel Houellebecq!“  DT/mee

Ute Cohen über eine unangemessene Reaktion auf ein Houellebecq-Interview. Lesen Sie den ganzen Text in der Ausgabe der „Tagespost“ vom 12. Januar.

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