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Frauen ganz vorn - der Grammy 2024 ist weiblich

Taylor Swift stellt einen Rekord auf, und der Rapper „Killer Mike" wird in Handschellen abgeführt. Auch christliche Gegenwartsmusik wird ausgezeichnet.
Taylor Swift läuft von einem Rekord zum nächsten
Foto: IMAGO/Armando Arorizo (www.imago-images.de) | Taylor Swift läuft von einem Rekord zum nächsten. Nun erhielt sie den vierten Grammy in Folge.

Ganz im Zeichen starker Frauen stand die diesjährige 66. Grammy-Verleihung in Los Angeles, des wohl wichtigsten Music-Awards weltweit. Fast schon erwartungsgemäß durfte sich Miley Cyrus (31) über die Auszeichnung „Solo-Darbietung des Jahres“ für ihren melodisch-gefühligen Titel „Flowers“ freuen.

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Die getaufte Baptistin, bei konservativen US-Amerikanern wegen ihres christlichen Bekennermuts seit Jahren besonders beliebt, musste sich die Aufmerksamkeit beim Bühnen-Hype der Grammy-Show allerdings teilen.

Rekord für Taylor Swift

Denn Taylor Swift (34) gewann zum vierten Mal in Folge den Preis für das beste Album und avancierte damit endgültig zur derzeitigen Welt-Königin des Pop. Billie Eilish (22) mit ihrem „Barbie“-Hit „What Was I Made For“ bekam dafür den Grammy in der Kategorie „Song des Jahres“. Eilish blickt zumindest auf eine stark vom Glauben geprägte Kindheit zurück, Swift gilt mit Herkunft und musikalischer Performance ohnehin als christlich orientiert.

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Ihr Gewinner-Album „Midnights“ landete nach Erscheinen 2022 sofort mit 10 Songs auf den ersten 10 Plätzen der US-Charts. Rechtsextreme Verschwörungstheoretiker argwöhnen, dass es sich beim derzeitigen Taylor-Swift-Kult um ein abgekartetes Spiel handele, das darauf ausgerichtet sei, am Ende in eine Wahlempfehlung für Joe Biden zu münden. Swift ist dazu noch mit dem Football-Star Travis Kelce (34) liiert, der mit seinen Kansas City Chiefs am 10. Februar den Super Bowl gewinnen könnte - wegen der zu erwartenden PR-Effekte Richtung Demokraten ein Alptraum für äußerst konservative Trump-Anhänger.

Grammy in Handschellen 

Ein Schatten fiel auf die diesjährige Grammy-Verleihung durch die Verhaftung des Rappers „Killer Mike“. Das Online-Portal „Hollywood-Reporter“ zeigt in einem Video, wie der schwarze Musiker in Handschellen abgeführt wird wegen einer Schlägerei-Anzeige. Am Ende eine PR-Show? Kurz zuvor hatte er noch in drei Rap-Kategorien die Grammy-Trophäen abgeräumt.

In der im konservativen Amerika wichtigen Kategorie des besten Albums mit christlicher Gegenwartsmusik gewann Lecrae, der in seiner Musik Rap und R&B-Motive zusammenführt. Beachtlich auch das traditionelle Gospel-Album der Blind Boys of Alabama, „Echoes of the South", die den fetzigen Südstaaten-Spirit schwarzer Chormusik transportieren und mit einem Grammy belohnt wurden. Für neue Gospel-Sounds wurde Tye Tribbett mit seinem „All Things New“-Album ausgezeichnet.

Eine Woodstock-Ikone

Dem Live-Publikum bei der Grammy-Bühnenshow in Los Angeles und den Zuschauern der TV-Übertragung mag besonders der Auftritt von Joni Mitchell (80) zu Herzen gegangen sein. Sie gewann für ihr denkwürdiges, letztes Newport-Live-Album den Folk-Music-Grammy und musste an Krücken zur Auszeichnungs-Zeremonie geführt werden. Sie gilt als Woodstock-Ikone, obwohl sie beim Festival 1969 selbst wegen des damaligen Verkehrs-Chaos nicht dabei sein konnte.

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Doch ihre Woodstock-Hymne, die sie allein unter dem Eindruck von Fernsehbildern schrieb, wurde zur Legende: „I came upon a child of God, He was walking along the road…“. Ihr jetzt ausgezeichnetes, neues Live-Album überrascht durch die Vitalität und unverzagte musikalische Hingabe, die die große Sängerin trotz gelegentlich brüchiger Stimme bis heute ausstrahlt.

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