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Der Glaube als „Quelle von Sicherheit und Kraft“

Der spanische Erfolgstrainer Luis de la Fuente spricht immer wieder freimütig über seinen katholischen Glauben. Auch dies gehört zum Erfolgsgeheimnis des neuen Fußball-Europameisters.
Luis de La Fuente steht ganz offen zu seinem Glauben
Foto: IMAGO/Julia Rahn (www.imago-images.de) | Luis de La Fuente steht ganz offen zu seinem Glauben und spricht sehr freimütig darüber.

Weiß, heterosexuell - und zu allem Überfluss auch noch gläubiger Katholik. Die spanischen „woken“ Politiker, die sich bei der Euro 2024 lediglich für die Hautfarbe und die Ursprungsländer der Eltern der zwei jungen spanischen Dribbelkünstler Nico Williams und Lamine Yamal interessiert haben („antifaschistischen und antirassistischen Stolz“ fühlte dabei eine ehemalige Ministerin und nunmehrige Europaabgeordnete), müssen sich am Nationaltrainer Luis de la Fuente die Zähne ausbeißen. Dass ihn vor der EM nicht die mediale Aura eines Guardiola, Ancelotti oder Klopp umgab, ist unumstritten, reichte ihm indes offensichtlich nicht zum Nachteil.

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Um aus einem Kader individueller Ausnahmespieler, die ihr Brot in Spanien, Frankreich, England, Deutschland und Saudi-Arabien verdienen, ein Team zu formen, zählt nicht nur Fußballtaktik, sondern auch menschliches Format. In diesem Punkt sind sich alle einig, dass der Erfolg der spanischen Nationalmannschaft vor allem auf die Integrationsfähigkeit von Luis de Fuente zurückzuführen ist – und da spielt auch der Glaube eine entscheidende Rolle. 

Freimütiges Zeugnis

Von seinem Glauben an Gott spricht der Trainer freimütig. So, als er schlagfertig einer Journalistin den Unterschied zwischen Glauben und Aberglauben erklärte, oder aber auf der Pressekonferenz vor dem Endspiel, als ein Journalist ihn fragte: „Wir Atheisten respektieren die Beziehung der Gläubigen zu Gott, aber wir verstehen sie nicht ganz: Wo sind Gott und der Glaube, wenn es ein Finale gibt und man alles geben muss, um zu gewinnen?“ Darauf de la Fuente ebenso geistreich: „Ich verstehe das sehr gut, denn ich empfinde das Gleiche für Atheisten, genau das Gleiche“, was die Teilnehmer zu einem Lachen veranlasste. Und er führte aus: „Ich bin frei und kann wählen, was ich tun muss. Meine Intelligenz und meine Erfahrungen laden mich ein, an Gott zu glauben und geben mir viel Sicherheit und Kraft. Ich bete jeden Tag.“

Die Bilder des Trainers, der in Sevilla vor dem berühmten Christus „des letzten Atemzugs“ („El Cachorro“) betet, gingen viral. Darauf wies nun Erzbischof José Ángel Saiz Meneses von Sevilla nach dem Titelgewinn in den sozialen Medien hin: „Glückwünsch an alle, insbesondere an den Trainer Luis de la Fuente, einen tiefgläubigen Mann, der keine Komplexe hat, wenn es darum geht, seinen Glauben und seine Hingabe an den ‚Cachorro‘ öffentlich zu bekunden. Er hat es verstanden, den Glauben, die Bescheidenheit, den Wert der Mannschaft vor der Individualität, den Geist der Aufopferung, der Anstrengung und des Vertrauens zu vermitteln.“

Frömmigkeit ist Teil seiner Identität

In einem Interview im Jahr 2023 gestand de la Fuente, dass er im Laufe des Lebens „viele Zweifel“ hatte und „weit von der Religion entfernt“ war. „Aber an einem bestimmten Punkt in meinem Leben habe ich beschlossen, mich Gott wieder anzunähern und mich bei allem, was ich tue, auf ihn zu verlassen. Es gibt nicht nur einen, sondern tausend Gründe, an Gott zu glauben. Ohne Gott hat nichts im Leben einen Sinn.“

Den Glauben bezeichnete er als einen natürlichen Teil seines Lebens. „Ich bin mit einer Reihe von Werten aufgewachsen, die ich versuche, in meinem Leben umzusetzen. In meiner Freiheit tue ich das, was ich glaube, tun zu müssen. Natürlich immer respektvoll. Ich respektiere so viel, wie ich verlange, respektiert zu werden.“

Für de la Fuente ist seine katholische Frömmigkeit ein untrennbarer Teil seiner Identität und seiner Herangehensweise als Trainer, was zeigt, dass Spiritualität in der Welt des Sports ein starker Verbündeter sein kann.

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