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Archiv Inhalt Gosse und Glamour – Elend und Exzess 

Berlin im Taumel der Moderne 

Die Berliner Neue Nationalgalerie versammelt Schlüsselbilder einer Stadt zwischen Ekstase und Absturz. Doch das Ausstellungsfenster verengt den Blick, statt ihn zu öffnen. 
Ernst Ludwig Kirchner. „Potsdamer Platz“, 1914. Öl auf Leinwand, 200 x 150 cm. Berlin, Neue Nationalgalerie.
Foto: Jörg P. Anders, © VG Bild-Kunst Bonn, 2026 | Ernst Ludwig Kirchner. „Potsdamer Platz“, 1914. Öl auf Leinwand, 200 x 150 cm. Berlin, Neue Nationalgalerie.

Waren die 1920er-Jahre in Berlin wirklich die „Goldenen Zwanziger“ – oder trifft die Bezeichnung „Babylon“, die zum Beispiel der spätere Kardinal von Galen in seiner Berliner Zeit verwendete, die Zustände besser? 1910 war Berlin im Aufbruch – als Teil eines europäischen Großstadtumbruchs. Die Bevölkerung hatte sich zwischen 1875 und 1910 mehr als verdoppelt. Wie Paris und London lebten die Menschen in Berlin im Rausch der Moderne: Technischer Fortschritt in Industrie, Bauwesen und Verkehr, U-Bahn, elektrische Beleuchtung, Massenpresse und Kaufhäuser veränderten das Tempo des Alltags. Dazu kamen Theater, Nachtlokale und rund 400 „Kintöppe“. Doch der Fortschritt hatte Schattenseiten.

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