Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Interview

„Dieses Zeugnis nimmt uns in die Pflicht“

Das Heilige Land muss lebendiger christlicher Lebensraum bleiben, meint Uwe Zimmermann von der Komturei St. Kilian des Ritterordens vom Heiligen Grab im Gespräch.
Christen beten an der Grabeskirche in der Altstadt von Jerusalem
Foto: IMAGO/Nir Alon (www.imago-images.de) | Christen beten an der Grabeskirche in der Altstadt von Jerusalem.

Herr Zimmermann, die Lage im Nahen Osten wirkt trostlos. Sind wir ohnmächtig?

Nein! Dieses Gefühl wollen wir durchbrechen. Wir helfen aktiv durch Spenden, Gebet, Pilgerreisen und direkte Begegnung. Viele Grabesritter unserer Würzburger Komturei St. Kilian pflegen enge Kontakte ins Heilige Land und waren schon mehrfach vor Ort. Wir alle waren nun von den sehr persönlichen Berichten und Glaubenszeugnissen der Referenten tief berührt und neu ermutigt, im Engagement für den Frieden nicht nachzulassen.

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Warum ist der direkte Kontakt vor Ort so wichtig?

Ohne diesen persönlichen Kontakt droht das Heilige Land zu einem steinernen Museum zu degenerieren. Es darf kein Ort leerer Ruinen werden, sondern muss lebendiger christlicher Lebensraum bleiben. Die Menschen vor Ort brauchen das Signal: Ihr seid nicht vergessen! Daher besuchen wir vor Ort regelmäßig Menschen und Projekte, Gemeinden und Einrichtungen.

Uwe Zimmermann (rechts) im Gespräch mit Bodo Ramelow
Foto: reg | Beim Wein kommt man sich näher: Uwe Zimmermann (rechts) im Gespräch mit dem ehemaligen thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, der ebenfalls dem Podium angehörte.

Welches Zeugnis haben aus Ihrer Sicht die Referenten hinterlassen?

Sie haben gezeigt, wie stark, glaubensintensiv und authentisch sie sind. Trotz Krieg und existenzieller Bedrohung sagen sie mutig: „Wir wollen bleiben!“ Dieses Zeugnis nimmt uns in die Pflicht. Wir unterstützen sie mit aller Kraft, damit sie eine Perspektive und ein normales Leben in ihrer Heimat haben.


Das Gespräch fand am Rand des Katholikentagspodiums „Christen in Nahost – Bleiben oder gehen“ statt.

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Regina Einig

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