Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kunst

Der Blick in den Himmel

Das Städel Museum in Frankfurt beeindruckt mit einer großen Ausstellung zu Guido Reni.
Reni - Städl Frankfurt
Foto: Christoph Schmidt (dpa) | Das Gemälde "Himmelfahrt Mariens" von Guido Reni im Städl in Frankfurt.

Der zumeist in Bologna und zeitweilig in Rom tätige Reni (1575–1642) hielt sich für den besten Maler seiner Zeit. Das sahen auch viele seiner Zeitgenossen so. So schwärmte Papst Urban VIII. über den Maler: „Es gibt nur einen Guido auf Erden.“ In seiner maßgeblichen Biographie des „göttlichen Guido“ stellte ihn der mit Reni bekannte Jurist Carlo Cesare Malavasia dar als zutiefst religiös, aber abergläubisch, wirtschaftlich erfolgreich, aber spielsüchtig. Reni blieb unverheiratet und kinderlos, gab aber seinen vielen Patenkinder viel Geld.

Lesen Sie auch:

Mariendarstellungen geprägt

Reni war ein großer Marienverehrer und Ausstellungskurator Bastian Eclercy erklärte hierzu: „Mit seiner Kunst hat Reni die religiöse Bildwelt der europäischen Malerei tiefgreifend geprägt.“ So gehören auch die Mariendarstellungen zu den Höhepunkten der Ausstellung im Städel wie die „Unbefleckte Empfängnis Mariens“ (1627) oder die „Himmelfahrt Mariens“. Aber Reni kann auch brutale Dramatik auf die Leinwand bringen wie bei „David enthauptet Goliath“ (um 1605/07) oder beim Gemälde „Martyrium der heiligen Katharina von Alexandria“ (um 1606). Mit zum Himmel erhobenem Blick und voller Gottvertrauen erwartet die das tödliche Schwert; ein Engel schwebt ihr mit einem Blumenkranz für das Haupt entgegen. 

Fast 100 Bilder waren nach dem Tod Renis in seinem Atelier, die noch unvollendet waren. Offenbar hatte der Meister noch viel vor. 
Die Ausstellung zu Guido Reni im Städel, Schaumainkai 23, Frankfurt am Main, ist bis 5. März 2023 geöffnet.  DT/ari

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost einen Bericht über die Reni- Ausstellung im Städl in Frankfurt.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Mariendarstellungen Päpste Urban VIII.

Weitere Artikel

Rom zeigt den heiligen Franziskus in der Kunst der Gegenwart. Im MAXXI-Museum wird er als Prophet für die Herausforderungen der Zukunft gefeiert. 
02.08.2026, 13 Uhr
Rocco Thiede
Wie kann man sich Gott vorstellen? In Urschalling ist ein außergewöhnliches Beispiel für den tastenden Versuch christlicher Kunst erhalten, die Trinität darzustellen.
21.06.2026, 07 Uhr
Hartmut Sommer

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig