Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Köln

Woelki warnt vor Anpassung an den Zeitgeist

In der Kirche scheine die Orientierung verloren gegangen, beklagte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Ein vielstimmiger Chor von Meinungen, persönlichen Anschauen und Interessen suche die Offenbarung Gottes und den Glauben der Kirche an die Zeit anzupassen.
Kardinal Woelki: Orientierung ist schwer geworden
Foto: KNA | Woelki betonte, dass der „unverkürzt verkündete und gelebte ganze Glaube der Kirche, wie er von den Aposteln grundgelegt und durch die Zeiten hindurch von der Kirche bezeugt und bewahrt worden ist“ helfe, nicht in ...

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat vor einer Anpassung des Glaubens an den Zeitgeist gewarnt. Ein zeitgeistiger Glaube stelle keine überzeugende Alternative zu den Angeboten dar, die heute ohnehin Tag für Tag offeriert würden. „Wer keine Ausrichtung mehr hat, verliert die Richtung!“, erklärte der Kölner Erzbischof in seiner Predigt im Rahmen des Fests der Heiligen Drei Könige am Montag im Kölner Dom. Wer die Richtung verliere, der verliere das Leben und seine Relevanz „als eine echte, ernstzunehmende Alternative im Konzert säkularer Stimmenvielfalt“.

Verwirrender Pluralismus der Heilsangebote

In der heutigen Zeit, in der „durch den verwirrenden Pluralismus der Heilsangebote die Orientierung auf das wahre Heil schwer geworden“ sei, brauche der Mensch das Licht Jesu Christi, um sich zurechtzufinden, so Woelki weiter. Dieses Licht drohe jedoch in den Herzen vieler Menschen mehr und mehr zu verlöschen. Selbst in der Kirche scheine die Orientierung verloren gegangen, beklagte der Kardinal. Ein vielstimmiger Chor von Meinungen, persönlichen Anschauen und Interessen suche die Offenbarung Gottes und den Glauben der Kirche zu relativieren und an die Zeit anzupassen.  

Glaube birgt überzeitliche Wahrheit in sich

Lesen Sie auch:

Woelki betonte dagegen, dass der „unverkürzt verkündete und gelebte ganze Glaube der Kirche, wie er von den Aposteln grundgelegt und durch die Zeiten hindurch von der Kirche bezeugt und bewahrt worden ist“ helfe, nicht in die Irre geführt zu werden. Dieser Glaube berge in sich eine überzeitliche Wahrheit und bewahre die Kirche davor, sich dem Geist, den Anschauungen, den Sichtweisen und dem Empfinden einer bestimmten Zeit anzupassen. „Er bewahrt davor, dass durch eine solche Angleichung das Evangelium und die Kirche ihrer geistlichen Kraft, ihrer Originalität und ihrer prophetischen Sendung und Berufung beraubt werden“, so der Kölner Erzbischof.

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Erzbischöfe Jesus Christus Kardinäle Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Kölner Dom Rainer Maria Woelki

Weitere Artikel

Aus einem atheistisch geprägten Umfeld ans Taufbecken: Wie Sophia Maria Krug den Weg in die katholische Kirche fand.
07.08.2026, 15 Uhr
Jonas Grüßem
Die Diözese Regensburg feiert das 750-jährige Jubiläum ihres gotischen Doms.
28.06.2026, 15 Uhr
Michael Karger
Erzbischof Georg Gänswein wird 70. Hier spricht er über die Aussöhnung mit Papst Franziskus, den schwierigen Neubeginn im Baltikum und seine Pläne für eine Seligsprechung von Benedikt XVI.
29.07.2026, 14 Uhr
Benjamin Leven

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser