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Warum immer mehr Juden Jesus als Messias anerkennen

Weltweit bereits eine Million messianischer Juden? Ein israelischer Evangelikaler erkennt einen christlichen Aufbruch inmitten des aktuellen Krieges.
Grabeskirche in Jerusalem
Foto: imago stock&people | Alter Zeuge einer neuen Erweckung? Die Grabeskirche in Jerusalem.

Erez Soref beobachtet seit Jahren einen deutlichen Trend: „Alle unter 35 Jahren in Israel wissen von der wachsenden Gruppe von Juden, die Jesus als Messias anerkennen – und ich glaube, dieser Trend wird sich fortsetzen.“ Das sagt Soref, Präsident der evangelikalen Initiative „One for Israel“ und ehemals säkularer Jude, in einem Interview mit „allisraelnews“.

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Mehrere Gründe trügen dazu bei. Zum einen habe das Internet den Zugang zur Bibel und zu christlichen Zeugnissen erheblich erleichtert. Viele Juden könnten nun anonym und frei nach Antworten suchen. Videos mit persönlichen Glaubensgeschichten, in denen israelische Juden von ihrer Begegnung mit Jesus berichten, sprächen besonders junge Menschen an, die auf persönliche Erfahrungen reagierten.

Krisen als Katalysatoren

Außerdem seien – so Soref weiter – historische Krisen Katalysatoren für geistliche Suche. Nach dem Sechstagekrieg 1967 sei es zu einer „Jesus-Bewegung“ gekommen, die Millionen, darunter viele Juden, zum Glauben führte. Der Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 habe ähnliche Dynamiken ausgelöst. „Dies ist die schwerste Zeit für Juden seit dem Holocaust“, sagt Soref. „Wir erleben einen enormen Anstieg von Anfragen von Menschen, die mehr über Jesus erfahren wollen.“ In Zeiten von Krieg und Unsicherheit wachse das Bedürfnis nach Hoffnung, Heilung und Antworten. Während es 1967 weltweit weniger als 2000 Juden gegeben habe, die an Jesus als Messias glaubten, gebe es laut aktuellen Studien heute eine Million jüdischer Anhänger Jesu weltweit.

Die Unterstützung evangelikaler Christen spiele ebenfalls eine Rolle. Nicht zuletzt liege die Kraft im Evangelium selbst: Die biblischen Schriften würden von vielen neu entdeckt: „Junge Menschen lesen Altes und Neues Testament nebeneinander und erkennen Verbindungen, die ihnen in traditionellen religiösen Kontexten oft verschlossen blieben“. Die unmittelbare, persönliche Beziehung zu Gott, die sie dort fänden, führe sie zu einer Entscheidung für Jesus.

„One for Israel“ ist ein evangelistischer Dienst israelischer Herkunft, der moderne digitale Medien nutzt, um das Evangelium in Israel und weltweit zu verbreiten. Er wird von Erez Soref geleitet, der zugleich Präsident des Israel College of the Bible (einst King of Kings College) ist, einer bibelschulischen Einrichtung in Netanja nördlich von Tel Aviv.

Dazu zählen kurze Zeugnisvideos von hebräischsprachigen Juden, die zum Glauben an Jesus kommen. „Die Zuschauerzahlen liegen bei Hunderte Millionen, und das nur auf Hebräisch“, so Soref. Auf Englisch seien die Videos fast 450 Millionen Mal angesehen worden. „Viele Menschen – ich würde sagen, etwa zwei Drittel – schreiben uns, kontaktieren uns oder schicken uns SMS“, fügte Soref hinzu. (DT/jg)

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