Kommentar um "5 vor 12"

Unglaublich, aber wahr: Auch die Jugend glaubt an Gott

Eine Umfrage im Auftrag der „Bild“-Zeitung ergibt: Die deutsche Jugend ist gläubiger als erwartet. Ein Grund für die Kirche, selbstbewusster mit ihrer Botschaft aufzutreten, denn sie hat das, wonach jeder Mensch sich sehnt.
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Foto: Armin Weigel (dpa) | "Glauben ist nur etwas für alte Menschen!" Von wegen: Die "Bild"-Umfrage ergibt, dass unter 30-Jährige häufiger an ein Leben nach dem Tod glauben, als über 60-Jährige.

Es ist ein Vorurteil, das sich tapfer hält: Die Jugend von heute interessiert sich nur für das Hier und Jetzt, was nach dem Tod kommt, ist ihr egal, und an Gott glaubt sie schon dreimal nicht mehr. Dieses Bild bekommt nun aber einen deutlichen Riss. Laut einer repräsentativen INSA-Umfrage für die „Bild“-Zeitung glauben 64 Prozent der unter 30-Jährigen an Gott, 84 Prozent haben in ihrem Leben schon einmal gebetet, zwei Drittel geben an, dass ihre Gebete erhört worden seien. 61 Prozent der 1.000 Befragten glauben an ein Weiterleben nach dem eigenen Tod und 39 Prozent an Tod und Auferstehung Jesu. Die junge Generation glaubt sogar häufiger an ein Leben nach dem Tod, als die über 60-Jährigen: Dort sind es nur 23 Prozent.

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Ein Taufschein bestätigt also nicht automatisch den Glauben und nicht zu einer Kirche zu gehören, ist keine Garantie für den Atheismus. Das bestätigt auch der INSA-Chef, Hermann Binkert: „Gottesglaube und Kirchenzugehörigkeit gehören nicht mehr zwingend zusammen. Die eher kirchenferne junge Generation ist gläubiger als die älteren Altersgruppen, die noch einer Kirche angehören und getauft sind.“

Die Sorge der Kirche, ob und wie Jugendliche wieder für den Glauben begeistert werden können und die Angst, dass sie schon bald gar keine Rolle mehr spielen könnte, erweist sich also größtenteils für unberechtigt. Viele Jugendliche können zwar vielleicht mit der Kirche nichts mehr anfangen, aber durchaus mit dem Gedanken an Gott und ein Leben nach dem Tod. Über die Verbreitung des Kerns unseres Glaubens können junge Menschen dann auch wieder für die Kirche begeistert werden.

Sehnsucht nach Transzendenz

Aber es muss wieder klar werden: es geht nicht in erster Linie darum, ob Frauen Priesterinnen werden dürfen oder nicht, es geht in erster Linie nicht darum, ob homosexuelle Paare eine Segnung erhalten oder nicht. Das alles gehört zur Lehre, ist aber erst einmal zweitrangig. In erster Linie geht es darum, dass Jesus Christus am Kreuz gestorben ist und damit alle Menschen von der Sünde befreit und zur Verzeihung befähigt hat.

Und mit dieser Botschaft kann und soll die Kirche selbstbewusst auftreten, denn die Studie zeigt einmal mehr: Jeder Mensch sehnt sich nach dem Transzendenten, nach dem Übernatürlichen. Und die Kirche hat etwas, besser gesagt – jemanden, der genau diese Sehnsucht stillt. Wie Papst Johannes Paul der II. bereits sagte: „Es ist Jesus, den ihr sucht, wenn ihr vom Glück träumt. Er ist es, der auf euch wartet, wenn euch nichts von dem zufriedenstellt, was ihr vorfindet. Er ist die Schönheit, die euch so anzieht.

Er ist es, der euch provoziert mit jenem Durst nach Radikalität, der euch keine Anpassung an den Kompromiss erlaubt. … Jesus ist es, der in euch etwas entfacht: die Sehnsucht, aus eurem Leben etwas Großes zu machen.“

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